Tasmanien


Hier findest du Infos zur Insel Tasmanien (auf das unterstrichene Wort klicken).

MONA (Museum of Old and New Art) – Dieses Museum war uns ein Tagesausflug wert. Hin- und Rückweg haben wir mit der MONA-Fähre zurückgelegt und so gerade auch noch den untersten Teil des Derwent Rivers vom Schiff aus gesehen. Das Museum ist nur schon wegen der Innenarchitektur äusserst interessant. Die Ausstellungsstücke zur antiken, modernen und zeitgenössischen Kunst haben uns so gut gefallen, dass wir durchaus noch einen weiteren Tag dort verbringen könnten. Das geht leider nicht, da wir Morgen mit dem Schiff Richtung Neuseeland ablegen. Bin mal auf meine erste Fahrt über das offene Meer gespannt – und das erst noch im Bereich der Roaring Forties (brüllende Vierziger). Jedenfalls ist das mein letzter Blog bis zur Ankunft am Sonntag in Lyttelton auf der Südinsel Neuseelands. Mein nächster Eintrag befindet sich dann frühestens am Sonntag im Menü „Neuseeland Südinsel“.

Heute vor genau 40 Jahren haben Carole und ich uns in Malaysia verlobt. Die Jahre haben schon ihre Spuren hinterlassen, wie man den ersten beiden Fotos entnehmen kann. Aber genau so wie damals geniessen wir immer noch unser Leben zusammen. Was will man mehr?
Maria hat uns am Morgen abgeholt. Sie fährt mit uns zum Bonorong Wildlife Sanctuary. Dort haben wir der Fütterung des tasmanischen Teufels und von Echitnas zugeschaut. Der zuständige Mitarbeiter hat sehr gut erzählt und viel Wissenswertes weiter gegeben. Wir sahen auch einen Black Kockatoo, ein junges Wombat, einen Spottet-Tail Quoll, ein Bettong und viele weitere, zum Teil selten gewordene einheimische Tiere. Sogar einen sehr seltenen Albino Pademelon erspähten wir unter einem Gebüsch. Von der Wildlife Sanctuary aus sind wir über enge und wieder sehr kurvige Strassen 1271 Höhenmeter hinauf auf den Mount Wellington gefahren. Die Fernsicht war ausgezeichnet und man sah fast wie vom Flugzeug aus auf die Hauptstadt Tasmaniens. Wir entdeckten im Hafen sogar Le Laperouse, das kleine Kreuzfahrtschiff von Ponant, mit dem wir ab übermorgen Richtung Neuseeland fahren werden. Anschliessend sind wir zum Hafen von Hobart, sind draussen in der Sonne – es war sogar mal angenehm warm – gesessen und haben bei einer Flasche Wein den einen oder andern Happen genossen. Zum Abschluss habe ich dann für uns alle noch je eine frische Waffel geholt. Um halb zehn sahen wir von Bellerive aus dem ersten offiziellen Feuerwerk für die Kinder zu und um Mitternacht genossen wir das grosse Feuerwerk zum Start ins Jahr 2024. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein erfreuliches 2024 bei bester Gesundheit, manch tolle Erlebnisse und gfreute Begegnungen sowie viel Freude am Leben.

Unsere Unterkunft befindet sich in Bellerive, einem Vorort von Hobart. Morgens sind wir mit der die Fähre zum Stadtzentrum gefahren. Samstags findet dort ein grosser Markt statt, welchen wir ausgiebig durchstreift haben. An einem Stand haben wir einen Spiess mit Jakobsmuscheln und Süsskartoffeln verspiesen, an einem andern habe ich mir fingerlose Handschuhe aus Merino- und Possomwolle gekauft. Gestern habe ich mir einen warmen Pulli aus Merinowolle angeschafft, weil es hier in Hobart recht kühl ist – heute war die Höchsttemperatur nur 15°. Und ich Depp dachte vor unserer Reise, dass wir nur warme Temperaturen haben würden und habe daher nichts Warmes mitgenommen. Nach einem Bier in einem irischen Pub haben wir nachmittags ein Museum besucht – über lokale Kunst, Tasmanien und Naturhistorisches wissen wir nun viel mehr. Abends haben Carole und Maria ein leckeres Curry zubereitet.

Nach glücklicherweise unfallfreien 2350 km haben wir unser Mietauto zurück gegeben. Keine Selbstverständlichkeit bei den engen, kurvigen Strassen, und wir haben auch kein Tier überfahren, nur leider hunderte plattgewalzte tote Tiere am Strassenrand und auf der Strasse gesehen. Viele hätten mit etwas Vorsicht vor dem Unfalltod gerettet werden können.
Man trifft in Tasmanien auch lustige und komische Namen und Strassenschilder an. Wer möchte schon an der Black Snake Road (Schwarze Schlange Strasse) oder an der Devils Ellbow Road (Teufels Ellbogen Strasse) wohnen? Dann lieber schon im Städtchen mit dem Namen Nowhere Else (nirgends sonst).
Nach der Fahrzeugrückgabe sind wir durch Hobart geschlendert. Am Hafen sahen wir der Ankunft einiger Rennbote zu – diese beendeten die Sydney-Hobart-Regatta; das Rennen stand heuer unter keinem guten Stern, da an der Ostküste Australiens schwere Stürme wüteten, welche mehrere der hochgezüchteten Rennbote zur Aufgabe zwangen. Auf keinen Fall würde ich bei einem Sturm auf einem so fragilen Segelboot mitfahren.
Abends haben wir Maria, eine Cousine von Carole getroffen. Mit ihr sind wir ins Stadtzentrum von Hobart und haben Sushi gegessen. Danach wollten wir „bei uns“ mit Kuchen den Abend versüssen. Carole hatte den Schlüssel und steckte diesen ins Schloss. Nur liess sich der Schlüssel partout nicht drehen und folglich die Tür nicht öffnen. Es wurde bereits dunkel und die Temperatur betrug nur noch 14°. Nach vielen Versuchen durch Carole, Maria und mich entschied sich Carole unseren Vermieter anzurufen. Leider war dieser mit seinem Schiff unterwegs und bis zu seiner Rückkehr würde es mindestens 1,5 Stunden dauern. So beschlossen wir, uns die Zeit im nächsten Restaurant bei einem Glas Wein zu vertreiben. Beim Weggehen vom Haus hat Carole etwas aus ihrer Handtasche nehmen wollen. Und was entdeckte sie? Den Schlüssel zu unserer Wohnung. Und der Schlüssel, mit dem wir die Tür öffnen wollten? Das war der Schlüssel unseres Vermieters in Penguin, ein Schlüssel, den ich nie benutzt hatte und darum nicht kannte. So musste Carole zwei Telefonate erledigen: Erstens Entwarnung bei unserem aktuellen Vermieter und zweitens Mitteilung an den Vermieter in Penguin, dass sein allenfalls bereits vermisster Schlüssel noch bei uns sei und wir ihn umgehend zurückschicken würden. Nach meinem Schlüsselfauxpas vom 24. November sind Carole und ich nun auch in dieser Sache quitt 😊

Heute hiess es Abschied nehmen von Penguin. Nach einem weiteren Besuch beim Ohrenarzt durchfuhren wir die Insel von Norden nach Süden. Unterwegs legten wir in Sheffield einen Halt ein. Sheffield ist bekannt, weil viele Häuser mit grossen Wandmalereien verziert sind. Diese sind so gut gemacht, dass der Tourismus im sonst unbekannten Ort floriert. Auf dem Weg nach Hobart haben wir das zentrale Hochland nochmals überquert und die schöne Landschaft genossen. In Hobart bleiben wir nun über das Jahresende. Am 2. Januar werden wir dann von hier aus per Schiff nach Neuseeland reisen.

In Devonport hatte ich heute einen Termin beim Ohrenarzt. Beide Ohren waren verstopft, eines zusätzlich entzündet und es enthielt eine Flüssigkeit. Nun muss ich dieses Ohr mit dem Haarfön von Zeit zu Zeit beblasen damit die Flüssigkeit trocknet. Morgen habe ich dann nochmals einen Termin beim Ohrenarzt. Carole hat während meiner Behandlung das Zentrum von Devonport durchstreift und Medikamente gegen die Seekrankheit gekauft. Würde nämlich grad noch fehlen, wenn zusätzlich zu den Ohrenproblemen noch die Seekrankeit dazu käme!
Danach sind wir ins Arboretum mit dem Ziel, endlich einen Platypus zu sehen. Wir wanderten durch eine schöne Landschaft zu einem kleinen See in welchem sich Platypus aufhalten. Trotz längerem Beobachten des Seeleins mussten wir unverrichteter Dinge abziehen.
Abends trafen wir uns mit Jeanne und Bill zum Abschiedsessen und einem anschliessenden Spaziergang durch Penguin. Vor dem Einschlafen entstanden dann noch ein paar Aufnahmen vom Vollmond über der Bass Strait.

Heute haben wir endlich wieder mal unsere Kleider waschen können. Anschliessend sind wir ins Emu Valley und haben den dortigen Rhododendron Garten besucht. Im Garten finden sich hunderte verschiedene Rhododendronsträucher aus allen Teilen der Welt. Leider sind wir zur falschen Jahreszeit hier um alle in voller Blüte zu erleben. Einige haben uns ihre Farbenpracht trotzdem noch zeigen können. Ausserdem kreuzte ein Emu unseren Weg und ein kleines blaues Vögelchen konnte ich auch fotografieren. Es war ein Männchen – die Weibchen sind braun und umschwirren das Männchen jeweils zu viert. Wär doch schön, wenn es bei den Menschen auch so wäre – ich meine natürlich die Tatsache, dass das Männchen so schön ist 😜. Nach einem kurzen Mittagsschlaf haben wir uns in die (eis)kalten Fluten (17,7°) der Bass Strait einem Meeresteil des südlichen Ozeans, der zwischen Tasmanien und dem Festland Australiens liegt, gestürzt. Jetzt hat auch dieser Ozean meinen Body (kurz) kennen gelernt. Abends wurden wir von Jeanne und Bill ein weiteres Mal kulinarisch verwöhnt.

Für einmal ein aussergewöhnlicher Weihnachtstag. Mit Jeanne und Bill sind wir ins zentrale Hochland von Tasmanien nach Miena gefahren – pro Weg rund 170 km. Miena liegt auf 1070 m über Meer. Unterwegs hatte Bill sich noch verfahren – wir landeten plötzlich auf einer ungeteerten Strasse, die zudem immer schmaler wurde. Wir kehrten dann um und stellten fest, dass wir rund 20 km zurück mussten. In Miena hatten wir ein opulentes Weihnachtsessen. Alle Gäste hatten eine Krone aus Papier auf und das Servicepersonal war im Weihnachtskostüm an der Arbeit. Nach der Rückkehr hat Carole Jeanne und Bill Familienfotos gezeigt und ich habe währenddessen einen 10 km Verdauungsmarsch unternommen.

Von Penguin aus führte unser Tagesausflug der Nordküste Tasmaniens entlang nach Stanley, pro Weg rund 100 km, für einmal auf sehr gut ausgebauten Strassen. Dies führte beim Autoverkehr natürlich zu höheren Geschwindigkeiten, leider aber auch zu sehr vielen überfahrenen Tieren (Wombats, Wallabies,…). In Stanley befindet sich eine erkaltete Magmakammer, knapp 150 Meter hoch. Man kann „The Nut“ wie der Felsen heisst, zu Fuss erklimmen oder auch mit dem Sessellift hinauf. Carole entschied sich für den Sessellift, ich für Schusters Rappen. Wir starteten gleichzeitig, ich war aber zuerst oben 😎. Nicht etwa, dass ihr denkt, ich sei so fit! Es lag daran, dass der Sessellift unheimlich l a n g s a m unterwegs war. Na ja, Carole hatte dafür alle Zeit der Welt um Fotos zu schiessen. Oben hatte man eine wunderbare Aussicht auf die Umgebung und angeblich soll es die auf „The Nut“ weltweit die sauberste Luft der Welt zum Atmen geben.
Abends waren wir bei Jeanne und Bill zum Weihnachtsessen eingeladen, anschliessend zu einer Candlelight Messe in der Unity Church. Danach gabs zum Abschluss noch Tee und Kuchen – ins Bett kamen wir daher erst nach Mitternacht.

Heute sind wir von Strahan aus Richtung Norden nach Penguin gefahren. Wie immer: enge Strassen, viele Kurven. Unterwegs haben wir in Zeehan und in Burnie Halt gemacht. Zeehan ist eine ehemalige Bergwerkstadt, die einmal mit 10’000 Einwohnern die grösste Stadt Tasmaniens war. Heute leben dort nur noch wenige Leute. Von den ehemaligen 20 Hotels sind fast alle verschwunden. Burnie, eine gepflegte Stadt liegt an der Nordküste Tsmaniens, von dort aus waren es nur noch wenige Kilometer bis Penguin, ebenfalls ein Küstenort. Hier haben wir eine Bed and Breakfast Unterkunft in einem Einfamilienhaus – auch fast mit Familienanschluss. Ganz in der Nähe wohnen Jeanne, eine Familienbekannte von Carole, und ihr Mann Bill. Sie haben uns zum Abendessen eingeladen und sie werden uns in den nächsten Tagen betreuen – sie haben für uns ein Ausflugsprogramm zusammengestellt. Nach dem Essen haben sie uns durch die Gegend chauffiert um uns einige mit Weihnachtsdekorationen verzierte Häuser zu zeigen. Unglaublich was es da alles zu sehen gab. Rund 15 km ausserhalb Penguins war ein Bauernhaus, das mit Zehntausenden von Lichtern und Figuren verziert war. Für uns kitschig schön, man musste einfach hinsehen. Eine Wiese neben dem Bauernhaus war zugeparkt, da von überall her die Leute kamen, eine richtige Völkerwanderung von Erwachsenen und Kindern um all die Figuren, in allen Farben beleuchtet, zum Teil blinkend zu sehen.

Strahan liegt an einer riesigen Meeresbucht mit einer Länge von fast 60 km und einer Breite zwischen 8 und 14 km. Der Zugang ist nur 80 Meter breit und wird Hells Gates genannt. Dies, weil inmitten der Meeresbucht eine kleine Insel – Sarah Island – liegt, welche im 19. Jahrhundert die schlimmste Strafkolonie der Briten beherbergte. Die per Schiff auf diese Insel gebrachten Sträflinge nannten diesen engen Durchgang Tor zur Hölle, weil sie ihr Dasein auf Sarah Island als Hölle auf Erden empfanden.
Wir haben für heute einen tägigen Ausflug mit dem Schiff „Spirit of the Wild“ gemacht. Die Fahrt führte zuerst durch Hells Gates in den Südlichen Ozean und dann zurück in die Meeresbucht, vorbei an Aufzuchtstationen für Forellen und Lachse bevor sie in den Gordon River führte. Dieser Fluss ist bis zu 30 Meter tief. Sein Wasser ist für unsere Augen eine dunkelbraune Brühe – allerdings ist das Wasser trinkbar. Die braune Farbe rührt vom Tannin einer verbreiteten Pflanze her, man muss sich das vorstellen wie beim Aufgiessen eines Tees. Die dunkle Wasserfarbe hat zur Folge, dass die bewaldeten Hänge und der Himmel sich perfekt im Wasser spiegeln (siehe Fotos). Der Urwald entlang des Gordon River enthält viele Huon Pines. Diese Bäume wachsen sehr langsam und werden bis zu 50 Meter hoch und bis zu 3000 Jahre alt. Wegen ihres ölhaltigen Safts werden sie von Schädlingen kaum befallen, vermodern sehr langsam und sind daher für den Schiffbau besonders geeignet. Nach einer kleinen Wanderung durch den Regenwald des Franklin-Gordon Wild Rivers führte die Schifffahrt zur Gefangeneninsel Sarah Island. Ich hatte beim Besuch von Port Arthur den Eindruck, dass es Gefangenen kaum schlechter gehen könnte. Hier wurde ich eines „Besseren“ belehrt. Nicht umsonst haben die Insassen den Ort als Hölle auf Erden bezeichnet. Nach der Rückkehr nach Strahan hat Carole eine Theatervorstellung besucht. Ich verzichtete wegen meiner Hörprobleme und vertreib mir die Zeit unterdessen in einer gemütlichen Bar.

Von Derwent Bridge aus sind wir heute nach Strahan gefahren – die Strassen waren erneut eng und kurvig, man war eigentlich auf dem ganzen Weg immer am renken. Der Lyell Highway führte durch das World Heritage des Franklin-Gordon Wild Rivers National Park. Unterwegs haben wir den ersten Halt bei den Nelson Falls gemacht. Um den Wasserfall zu erreichen mussten wir durch einen dichten Regenwald laufen. Allfällig anwesende Blutegel haben uns zum Glück in Ruhe gelassen. Den zweiten Halt legten wir in Queenstown ein, wo wir die schönen Häuser aus dem letzten Jahrhundert bewunderten und uns einen „Hamburger with All“ genehmigten. In Strahan übernachten wir im Hotel Wild Rivers Escape – einer nagelneuen Unterkunft direkt am Meer. Ausser uns sind kaum Gäste da. Nach Auskunft des Besitzers ist jedoch ab Weihnachten alles ausgebucht – Glück gehabt.

Dienstag war ein Lauftag – zuerst sind wir vom Hotel zur Cataract Schlucht gewandert. Eigentlich hätte der Weg in die Schlucht einfach sein sollen, aber eben, der einfache Weg war wegen Erneuerungsarbeiten gesperrt. So wanderten wir auf dem Zick-Zack-Weg mit vielen Höhenmetern hinauf und wieder hinab bis zum ersten Wasserbecken in der Schlucht. Dort gab ein Café und einen ätzend langsamen Doppelsessellift über den kleinen See. Diese Fahrt ersparten wir uns natürlich.
Zurück in die Stadt hatten wir einen Gratisbus. Nach einem libanesischen Mittagessen ging Carole in die Fusspflege während ich durch den Kingspark, zum Hafen und durch die Stadt schlenderte.
Heute Mittwoch war Autofahren angesagt. Von Launceston aus fuhren wir zuerst Richtung Süden und danach hielten wir uns eher nordwestlich bis Derwent Bridge, wo wir übernachteten. Kurz vor diesem kleinen Ort besuchten wir The Wall. Das ist ein mitten im Wald gelegendes Privatmuseum. In einem grossen, schuppenförmigen Gebäude hat ein Holzschnitzer auf einer Wand mit einer Länge von 50 Metern und einer Höhe von etwa 4 Metern ein einzigartiges Kunstwerk geschaffen. Die Wand enthält beidseitig Schnitzereien, sodass das Werk rund 100 Meter lang ist. Zusätzlich hat er weitere Kunstwerke aus Holz ausgestellt.

In diesen zwei Tagen sind wir mehrere hundert Kilometer von Port Arthur aus der Ostküste Tasmaniens entlang bis nach St. Helens gefahren. Dort sind wir dann nach Westen abgebogen und durch das Landesinnere nach Launceston. Wie immer führte unsere Fahrt durch abwechslungsreiche Landschaften – nach Küstengebieten mit schönen Sandstränden kamen wir durch Urwälder mit vielen riesigen Farnen. Sogar lebendige Echnidas erspähten wir am Strassenrand. Lebendig deshalb, weil wir unterwegs viele überfahrende Exemplare sahen. Leider lagen am Strassenrand auch überfahrene Wallabys. Die Strassen hier sind generell sehr eng und kurvig, trotzdem wird recht schnell gefahren.
Am Samstag übernachteten wir in Bicheno. Dieser Ort ist dafür bekannt, das nachts Zwergpinguine beobachtet werden können. Unser Hotel lag in jenem Gebiet, wo diese abends aus dem Meer kommen um ihren tagsüber allein gelassenen Nachwuchs zu füttern. Abends um halb zehn wurden wir, ausgerüstet mit einer Lampe mit rotem Licht (gelbes oder weisses Licht führt bei den Pinguinen zu Augenschäden), zu einer Beobachtungsplattform geführt. Und tatsächlich, schon nach kurzer Zeit tauchten mehrere Zwergpinguine auf. Wir sahen ihnen auf ihrem Weg zum Nachwuchs zu, störten sie dann aber nicht weiter.
In Launceston haben wir am Sonntag eine Hotel nahe dem alten Stadtzentrum bezogen. Abends sind wir auf ein Bier (Carole hat auch noch einen Imbiss genossen) in ein Pub.

Nach ausgiebigem Frühstück im Hotel brachte uns das Shuttle zum Flughafen, wo wir das Mietauto, einen Toyota Corolla, in Empfang nahmen. Das neue Auto, ein Eco-Automat, lässt sich sehr gut fahren. Zuerst ging’s in die Hauptstadt Tasmaniens um Caroles Brille zu reparieren. Ich schlenderte derweil durch das Stadtzentrum von Hobart und erhielt so einen ersten positiven Eindruck der Stadt. Dabei bliebs, da wir ab dem 28. Dezember für vier Tage in der Stadt logieren werden. Mittags fuhren wir weiter nach Port Arthur (klicken). Dort besuchten wir die ehemalige Strafkolonie, die heute ein Weltkulturerbe ist. Wir verbrachten mehrere Stunden auf dem Gebiet der ehemaligen Strafkolonie und versuchten uns in die damalige, für die Insassen schreckliche Zeit zu versetzen. Wie schlimm es war, kann man dem Ausschnitt einer Rede entnehmen, die Sir John Franklin, der ehemalige Gouverneur Tasmaniens im Jahr 1840 vor den Gefangenen hielt: „You are vile wreches! You have been sent here for violing the just and righteous laws of this colony, and there is no crime which many of you have not penetrated. Hanging is too good for you. You are all devils! You are worse than the devils in hell; but I have got you here for punishment, and you can’t escape.“ Dabei haben viele nur aus purer Not z.B. etwas zum Essen gestohlen und wurden dann von England aus deportiert. Für jugendliche „Straftäter“ gab es einen separaten Trakt, in welchem sogar neunjährige Kinder eingesperrt und zur Arbeit gezwungen wurden. Später kam dann ein besonderer Trakt hinzu, in welchem Männer so eingesperrt wurden, dass jeglicher Kontakt zu Mitmenschen unmöglich war – weder optisch noch über das Gehör – es herrschte absolute Schweigepflicht. Heute unvorstellbar. Viele Gebäude wurden später durch Brände zerstört, oder deren Ziegelsteine wurden für andere Bauten benutzt. Inzwischen wurden noch vorhandene Gebäude und Resten renoviert und ein Rundgang wird mit Hilfe von modernster Technik sehr lebendig gestaltet.

Tagwache um 04.30, Abfahrt um 05.15 mit Ziel Rückgabe des ausgeliehenen Autos an Steve und Carmen. Steve fährt uns danach zum Flughafen. Einchecken und Flug verlaufen fast programmgemäss – wir landen eine halbe Stunde früher als geplant in Hobart. Die erste Nacht in Tasmanien verbringen wir im Hotel Travelodge in der Nähe vom Flughafen. Der Schweizer Zeit sind wir jetzt zehn Stunden voraus.

15. Dezember 2023
Flug von Perth nach Hobart
09.50 Abflug ab Perth
17.05 Landung in Tasmanien