7. Januar 2024 – 24. Januar 2024
Infos zu Neuseeland und zur Südinsel Neuseelands (auf das unterstrichene Wort klicken)
Dienstag, 23. Januar
Dies ist bereits mein letzter Blog von der Südinsel. Morgen wechseln wir mit der Fähre auf die Nordinsel – die Blogeinträge ab Mittwoch findest du im Menü Neuseeland Nordinsel.
Heute Dienstag war Wandertag. Wir haben den Picton Marina to Waikawa Marina Track unter die Füsse genommen. Der Wanderweg ist sehr gut unterhalten und ausgeschildert. Waikawa liegt auch an einem Arm der Marlborough Sounds, der Ort ist eine beliebte Feriendestination. Waikawa Marina bietet rund 600 Plätze für Yachten ist damit eine der grössten derartigen Anlagen in Neuseeland. An Land gibt es zusätzlich rund 70 Yachtgaragen und mindestens nochmals so viele ungedeckte Stellplätze für Yachten.
Noch eine Bemerkung zu den Erdbeben: Im Einkaufszentrum neben unserem Hotel haben wir eine kurze Anleitung zum Verhalten im Fall eines Erdbebens gesehen (siehe Foto). Grund ist, dass in Neuseeland die Erde sehr oft bebt. So gab es am Samstag in unserer Nähe ein Beben mit der Stärke 4.7. Du kannst hier nachschauen wie oft es in Neuseeland bebt.








Montag, 22. Januar
Nach einem gemütlichen Vormittag haben wir für heute Nachmittag die Marlborough Sounds Seafood Cruise gebucht. Carole hat sich sehr darauf gefreut – ich als Landei habe mir Gedanken gemacht, was für grosse und kleine Meeresungeheuer ich wohl essen muss. Pünktlich um halb zwei ging’s los und Petrus hat entgegen den Prognosen sogar die Sonne scheinen lassen. Die Marlborough Sounds erinnern stark an den Vierwaldstättersee, gefehlt haben eigentlich nur die hohen schneebedeckten Berge. Zum Essen gab es zuerst absolut frische Greenlip Mussels; unser Schiff hat unterwegs ein anderes getroffen, von welchem diese Spezialität frisch aus dem Wasser zu unserem Schiff herübergereicht wurde. Diese wurden dann gekocht und wir konnten danach à discretion essen. Ich hab wohl mehr Muscheln verdrückt als in meinem ganzen bisherigen Leben (was nicht heisst, dass ich gehamstert hätte, sondern ich habe mich bei Muscheln aus dem Meer bisher stets vornehm zurückgehalten). Später hielt unser Kapitän das Schiff an, legte es vor Anker und grillierte frischen Lachs – supergut, nur leider zu wenig. Das wars auch schon. Das Essen von Krabben, Kraken und was sonst noch an komischen Viechern im Meer zu finden ist, blieb mir somit erspart. Zurück an Land habe ich dann, ganz der Rheintaler, eine Kürbissuppe mit Knoblibrot gegessen.















Sonntag, 21. Januar
Nach einer dreistündigen Zugfahrt von Kaikoura aus haben wir nachmittags Picton erreicht. Der Coastal Pacific von Christchurch nach Picton führt durch vielfältige Landschaften: Der Küste entlang, durch die Nordspitze der Südalpen, durch Farmland mit Schafzucht und durch Weinbaugebiete. In Picton bleiben wir bis wir am kommenden Mittwoch die Fähre über die Cook Strait auf die Nordinsel nehmen werden. Nach der Ankunft in Picton haben wir unser Hotel bezogen und einen Bummel durch das Städtchen gemacht.















Samstag, 20. Januar
Nach dem Besuch eines Marktes haben wir heute Vormittag das Ortsmuseum besucht. Für uns besonders interessant war die Sonderausstellung zum Erdbeben von Kaikoura. Das Erdbeben vom 14. November 2016 hatte eine Stärke von 7,8 auf der Richterskala. Es dauerte lange zwei Minuten und hinterliess grosse Schäden. Kaikoura war auf dem Landweg nicht mehr erreichbar, ebenso waren alle Telekommunikationsverbindungen unterbrochen. Nach dem Erdbeben wurde Kaikoura noch von einem Tsunami mit bis zu 7 Meter hohen Wellen getroffen. Dank rechtzeitigem Alarm konnten sich die Bewohner in höher gelegenen Regionen in Sicherheit bringen. Die Halbinsel von Kaikoura wurde um mehr als einen Meter angehoben. Touristen mussten mit Helikoptern und mit Schiffen evakuiert werden. 340 Wohnmobile blieben über Monate am Ort blockiert.
Nachmittags besuchten wir ein Open Air Konzert. Es fand am Strand vor der Kulisse der Südalpen statt. Die Musik von örtlichen Künstlern war sehr gut, der Eintritt betrug bescheidene 5 NZD (rund 3 Franken) pro Person. Irgendwie erinnerte es an das Open Air in Arbon, nur waren viel weniger Zuhörer da – eigentlich schade.














Freitag, 19. Januar
Heute berichte ich nur von der Whale Watching Tour. Mit einem nicht sehr grossen Schiff sind wir mit rund 70 kmh aufs offene Meer hinausgefahren. Aus Sicherheitsgründen mussten während der Fahrt alle Passagiere im Innern auf Stühlen sitzen. Am Ziel, über einem mehr als 1000 Meter tiefen Ozeangraben hielt das Boot an. Das Wasser ist hier ausgesprochen nährstoffreich und bietet genügend Nahrung auch für Grosswale. Wir durften das Schiffsinnere verlassen, nun hiess es warten. Die Dünung war deutlich spürbar und als sich das Schiff in Bewegung setzte ging es 2 bis 3 Meter abwechselnd rauf und wieder runter – es war ein richtiges Achterbahnfeeling. Bald schon sahen wir in einiger Entfernung die Wasserfontäne von einem Pottwal. Wer Moby Dick gelesen hat, weiss wie der Wal aussieht und sonst einfach auf das unterstrichene Wort klicken. Unser Schiff fuhr vorsichtig näher zum Wal hin. Man konnte ihn gut beobachten. Ganz besonders beeindruckend war das Abtauchen des Wals: Für kurze Zeit ragte seine riesige Schwanzflosse weit aus dem Wasser bevor der Wal majestätisch in der Tiefe verschwand.
Kurz darauf sichteten wir eine Gruppe Killerwale, darunter eine Mutter mit ihrem Jungen. In der folgenden Stunde sahen wir mehrere Gruppen der Orcas. Unser Kapitän meinte, dass er seit Wochen nicht mehr so viele Wale auf der gleichen Tour angetroffen habe. Auch die Flugkünste mehrerer Albatrosse haben wir beobachten können. Nachfolgend einige Bilder.



























Mittwoch, 17. Januar bis Donnerstag, 18. Januar
Gestern Mittwoch sind wir in Akaroa früh losgefahren – wir mussten vor 11 Uhr unser Auto am Flughafen in Christchurch abgeben. Zunächst fuhren wir über die „scenic summit road“ Richtung Christchurch. Die Fahrt war recht anstrengend – Kurve reihte sich an Kurve, es ging entweder sausteil hinauf oder hinab und neben der Strasse war das Gelände sehr steil fallend, keine Leitplanken, dafür super schöne Aussicht und einmal sogar ein Hase, der aufgeschreckt vor dem Auto herlief. Noch vor der Abgabe vom Auto wollten wir unser Gepäck im Hotel abgeben, wollten, denn das Hotel hatte einen Wasserschaden und so wurden wir in ein anderes, weiter vom Bahnhof entferntes Hotel umquartiert. Wir kamen trotzdem gerade noch rechtzeitig zu Abgabe vom Toyota Yaris – er hat auf unserer 1800 km langen Fahrt kreuz und quer durch die Südinsel jederzeit problemlos funktioniert. Abends trafen wir uns mit Jacqui und Newell zum Abschiedsessen.
Heute hiess es früh aufstehen. Um 5 Uhr morgens weckte uns der Wecker, um 6 wurden wir abgeholt. Am Bahnhof angekommen gaben wir unsere Koffer ab und dann hiess es warten bis der Zug um 7 Uhr abfahrtbereit war. Die Coastal Pacific von Christchurch nach Picton entlang der Ostküste der Südinsel ist eine der weltweit schönsten Bahnstrecken. Wir absolvierten heute nur die Hälfte bis Kaikoura, der Rest der Fahrt ist für Sonntag vorgesehen. In Kaikoura angekommen, es war 17 Grad kalt und es regnete, Berge im Nebel unsichtbar (Kabamba!, wir hätten doch Hochsommer), buchten wir als Erstes eine Walbeobachtungsfahrt für den Freitag. Unser Hotel, 1.5 km vom Zentrum entfernt, hatte unser Zimmer bereit, sodass wir unser Gepäck loswurden. Wir erkundeten den Ort und schon etwas müde vom Herumlaufen mussten wir noch einkaufen. Ich fragte eine zufällig im Garten stehende Frau nach dem Weg. Sie erklärte uns, dass wir noch ziemlich weit laufen müssten. Dank meinem Charme 😇 schlug sie vor, uns zu fahren. Sie holte extra den Wagen aus der Garage, fuhr uns zum Laden, wartete bis wir eingekauft hatten und brachte uns dann zum Hotel. Da soll noch jemand sagen, die Neuseeländer seien nicht hilfsbereit.
Gegen Abend entschieden wir uns, zur rund 5 km entfernten Robbenkolonie zu gehen. Leider waren nur wenige Robben vor Ort. Diesen konnten wir uns bis auf wenige Meter nähern und einige gute Aufnahmen machen. Fast noch interessanter als die Robben war die Beobachtung einer Gruppe Japaner. Diese fotografierten sich vor den Robben gegenseitig in allen möglichen und unmöglichen Posen. Eine Japanerin sass nur etwa drei Meter von einer männlichen Robbe entfernt mit dem Rücken zur Robbe am Boden und fotografierte und filmte sich minutenlang mit der Robbe im Hintergrund – ein ziemlich gefährliches Unterfangen.























Dienstag, 16. Januar
Temuka haben wir heute Vormittag verlassen und wir sind nun in Akaroa, rund 90 km von Christchurch entfernt. Die letzten 50 km auf der Fahrt nach Akaroa waren ausgesprochen kurvig, wir mussten mehrere Hügelzüge überqueren. Dafür wurden wir mit tollen Aussichten belohnt. Die grösste Belohnung aber wartete im „The Giants House„. Josie Martin, eine Künstlerin, hat vor 26 Jahren ein heruntergekommenes Haus aus dem Jahr 1880 gekauft. Als sie mit der Umgestaltung des Gartens begann fand sie viele Porzellanscherben von Geschirr (früher wurde der Abfall einfach im Garten verscharrt). Sie kam auf die Idee, die Scherben für Mosaikfiguren zu benutzen. Sie baut nun seit rund 25 Jahren – entstanden ist ein märchenhafter Garten mit riesigen phantasievollen Skulpturen. Ich lasse die Bilder für sich sprechen.



























Montag, 15. Januar
Nach einem kurzen Bummel im Botanischen Garten von Timaru hatte ich einen Termin Ohrenzentrum – bereits zum dritten Mal in kurzer Zeit! Nach dem Absaugen beider Ohren stellte sich heraus, dass insbesondere das linke Ohr irgendwie nicht ist wie es sein sollte. Ich habe ein Medikament bekommen, welches das Ohreninnere trocknen und eine allfällige Entzündung dämpfen sollte. Falls es nicht bessert, muss ich unterwegs zu einem Arzt und mir Antibiotika verschreiben lassen.
Anschliessend haben wir das Heimatmuseum von Timaru besucht. Wie immer in den Museen von Down Under gab es sehr viel zu lesen und die Zeit verging wie im Flug. Apropos Flug: In der Haupthalle hing der Nachbau des Motorflugapparats von Richard William Pierce. Leider konnte Pierce nicht beweisen, dass sein Flug vor der Bruchlandung lang und kontrolliert genug war um den amerikanischen Brüdern Wright, denen 9 Monate später der erste Motorflug gelang, die Ehre des ersten Fluges streitig zu machen.
Nach einem Bummel durch Timaru mit ansehnlichen Bauten aus der viktorianischen Zeit wollten wir die Maori Rock Drawings in der Nähe von Cave besuchen, ca. 30 km von Timaru entfernt. Nach rund 70 Minuten suchen, wir wollten schon aufgeben, da es keinerlei Wegweiser gab. Am Ende eines Kieswegs und anschliessendem Anstieg durch hüfthohes Grashaben wir diese dann doch noch gefunden.












Sonntag, 14. Januar
Vom heutigen Tag gibt es nicht viel zu schreiben. Von Haast (Westküste) aus sind wir nach Temuka (Ostküste) gefahren – 440 km auf Landstrassen. Die Südalpen haben wir über den Haast-Pass – mit 564 m der niedrigste Pass der Südalpen – überquert. Auf den ersten 300 km unserer Fahrt hat es nonstop geregnet, es war kühl und die Sicht war schlecht. Unsere wenigen Halte beschränkten sich daher auf kurze Photostopps. Gegen Osten wurde das Wetter allmählich anständiger. Die Südalpen haben nicht überraschend diesen Namen bekommen – Manches erinnert an unsere Alpen.






Samstag, 13. Januar
Von Hokitika aus sind wir der Westküste entlang bis Haast gefahren. Nebst diversen Fotostopps haben wir in Franz Josef Town Halt gemacht. Nach dem Mittagessen im kleinen Tourismusort unternahmen wir einen Spaziergang zu einer Aussichtsplattform, von der aus der Franz Josef Gletscher gerade noch sichtbar war. Diese Aussichtsplattform muss wohl bald versetzt werden, denn der Klimawandel trifft auch den grossartigen Franz Josef Gletscher – er hat sich bereits deutlich sichtbar zurück gezogen und er wird weiterhin viel von seinem Eispanzer verlieren. In Franz Josef Town echt störend waren die Helikopter, die in kurzen Abständen mit Touristen zu einem Rundflug über die Gletscherlandschaft starteten; fünf Flugunternehmen haben wir gezählt. Unseren Aufenthalt in Franz Josef Town haben wir daher kurz gehalten, ich habe sogar auf die Cremeschnitte verzichtet. Unterwegs mussten wir viele einspurige Brücken überqueren, zum Teil auch einspurige Hängebrücken. Lichtsignale für die Verkehrsregelung braucht es nicht – es gibt wenig Verkehr und bei den Brücken wird rücksichtsvoll gefahren und der Vortritt gelassen.











Freitag, 12. Januar
Wir haben heute Shantytown besucht. Shantytown ist ein keiner Ort, entfernt vergleichbar mit Ballenberg. Viele Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert wurden renoviert und nach Shantytown versetzt oder im Stil der damaligen Zeit nachgebaut. Das Freilichtmuseum zeigt alle Facetten des Lebens in einer kleinen, vom Goldrausch geprägten Stadt. Wir verbrachten mehrere Stunden in Shantytown und haben dabei viel über das harte Leben in der damaligen Zeit erfahren. Danach sind wir zurück nach Hokitika und haben das National Kiwi Center besucht. Natürlich haben wir vorab ein Kiwi beobachtet, allerdings durften wir keine Fotos machen und auch nicht laut reden, die scheuen Kiwis wären sonst sofort verschwunden. Nebst Kiwis haben wir weitere nur in Neuseeland vorkommende Tiere gesehen, so zum Beispiel den riesigen Langflossenaal oder den Tuatara. Zum Schluss haben wir noch ein Jadezentrum besucht.
Beim Fahren auf den Strassen in Down Under entdeckt man immer wieder kuriose Dinge. So durchfuhren wir heute zwei Kreisel, die durch eine Eisenbahnlinie halbiert wurden.













Donnerstag, 11. Januar
Gestern Abend, kurz vor 22 Uhr, ertönte plötzlich ein ohrenbetäubender, auf- und abschwellender Sirenenalarm. Wirklich ausgesprochen laut! Da wir am Meer übernachteten dachten wir natürlich an eine Tsunamiwarnung und hielten uns fluchtbereit. Ein Blick aus dem Fenster zeigte uns aber, dass bis auf einen mit blinkenden Lichtern daherkommenden Feuerwehrwagen alles ruhig blieb.
Heute morgen wiederholte sich der Sirenenalarm. Auf unser Nachfragen erfuhren wir, dass stets für einen Einsatz der Feuerwehr der besagte Alarm losging. Grund: Nicht alle Feuerwehrmänner haben einen Pager.
Auf der Great Ocean Road sind wir nach dem Frühstück entlang spektakulärer Küstenabschnitte Richtung Süden gefahren. Unser erster Halt galt dem Besuch einer Goldmine aus der Mitte des vorletzten Jahrhunderts. Auf einem Rundweg entlang eines uralten Bahntrassees sind wir durch enge Tunnels geschlendert und haben haufenweise „Eisengrümpel“ aus alter Zeit studiert. Den zweiten Halt legten wir beim Truman Track ein. Der gut unterhaltene Weg führte durch dichten, dschungelartigen Wald hinab zum Meer. Mehrmals konnte man auf dem Weg anhalten und atemberaubende Bilder der wilden Küste aufnehmen und dem Donnern und Tosen der Brandung zuhören. In Punakaiki besuchten wir die Pancake Rocks. Dieser Küstenabschnitt ist weltweit absolut einmalig. Die Felsen sehen aus wie aufeinandergeschichtete dünne Omeletten. Ihre Entstehung ist den Wissenschaftlern teilweise immer noch ein Rätsel.
Temawheratangaongakuwhaotuterangiwhanoa – nein!, ich habe mich nicht verschrieben. Das ist der Ort Australiens mit dem zweitlängsten Maori-Namen. Die englische Übersetzung des Zungenbrechers lautet „The gap in the hills created when Tuterangiwhanoa wriggled his thighs“, frei übersetzt „die Lücke in den Bergen entstand als Tuterangiwhanoa mit seinen Oberschenkeln wackelte“. Abgekürzt wird der lange Name mit „Mawhera“, auf der Karte wird der Ort mt Greymouth bezeichnet. Tuterangiwhanoa war der Überlieferung nach ein riesiger Halbgott. In Greymouth haben wir den Ort kurz durchstreift, einen 4-o’clock-Tea getrunken und sind dann weiter nach Hokitika.



























Mittwoch, 10. Januar
Den Tag haben wir mit Packen angefangen, anschliessend das uns von Newell geliehene Luxusauto zurück gebracht und beim Flughafen unseren Kleinwagen, einen Toyota Yaris, für die nächsten 7 Tage abgeholt. Mit diesem haben wir im Norden der Südinsel die Neuseeländischen Alpen über den 863 Meter hohen Lewis Pass überquert und sind gegen Abend in Westport angekommen. Unterwegs mussten wir noch etwas Glück beanspruchen, denn ein Fahrzeug hat Holzstücke verloren, welche auf der Strasse herumlagen. Einem Stück, vergleichbar einem Holzscheit, konnte ich nicht ganz ausweichen und fuhr mit dem linken Hinterrad mit ca. Temp 80 drüber. Es hat ziemlich „tätscht“. Eine Kontrolle vom Pneu zeigte jedoch keinen Schaden. Kurz darauf musste ich nach einer Kurve ziemlich abrupt bremsen – vor mir stand ein Polizeiauto mitten auf der Strasse, der Polizist hat Holzstücke auf der Strasse aufgesammelt. Der Rest der Fahrt war dank der schönen, abwechslungsreichen Landschaft auch ohne Adrenalinschub interessant.
Nach dem Bezug unseres Zimmers im Zentrum von Westport sind wir noch vor dem Nachtessen zur Tauranga Bay, wo sich eine Robbenkolonie befindet, gefahren. Leider habe ich den Feldstecher im Zimmer vergessen – trotzdem konnten wir die Robben gut beobachten und fotografieren. Wir hörten wie die Robbenbabies nach ihren Müttern riefen, damit diese vom Meer her kommend ihren Nachwuchs finden und füttern konnten. Übrigens: Von Zürich sind wir zur Zeit 18’539 km entfernt.

















Dienstag, 9. Januar
Christchurch ist eine Gartenstadt. Dazu gehört natürlich ein Botanischer Garten. Diesen haben wir heute besucht. Nebst vielen verschiedenen Baumarten aus allen Kontinenten findet man viele in allen Farben blühenden Blumen, ein wahres Schlaraffenland für das Auge. Nach ausgiebigem Betrachten der Schönheiten haben wir uns auf den Weg zum International Antarctic Centre gemacht. Leider hatten wir bis zum Schliessen des Museums nur noch zwei Stunden Zeit. Es genügte aber, um einige ganz besondere Momente zu erleben. Zuerst schauten wir der Fütterung von Zwergpinguinen zu und bewunderten deren Schwimmkünste. Anschliessend fuhren wir mit einem Hägglund – ursprünglich für militärische Zwecke gebaut ist das Fahrzeug heute in der Antarktis unverzichtbar – über Stock und Stein, durch Wasserlöcher und über Spalten und Hügel, durch enge Kurven und steile Steigungen. Danach wagten wir uns in der Kältekammer in einen arktischen Sturm und betrachteten zum Schluss im Kino des Museums einen beeindruckenden 4D-Film über die Antarktis. Abends trafen wir Jacqui und Newell in deren Haus zum Abendessen und dem Austausch von Familiennews.






























Montag, 8. Januar
Gestern Nacht haben wir den ersten Teil unserer Rundreise auf der Südinsel geplant und Hotelreservationen vorgenommen und dafür heute Morgen ausgeschlafen. Nach dem Frühstück sind wir mit Newells Auto ins Zentrum von Christchurch gefahren und haben die Stadt zu Fuss erkundet. Vor 13 Jahren wurde Christchurch von einem starken Erdbeben erschüttert deren Folgen man heute noch sieht. Einerseits sind immer noch einsturzgefährdete Bauten unbewohnbar und auch die damals zerstörte Kathedrale ist noch nicht fertig erneuert. Anderseits sind viele Gebäude neu. Jacqui und Newell haben uns erzählt wie sie damals das Erdbeben erlebt haben – ihr Haus wurde beim Beben auf Grund massiver Schäden unbewohnbar.
Nachmittags sind wir zurück in unser B&B, haben eine Wäsche gestartet und sind dann nochmals mit den Pässen in die Stadt um eine zwei Monate gültige SIM-Karte für Neuseeland zu kaufen. Abends haben wir mit Jacqui und Newell in einem thailändischen Restaurant gegessen und anschliessend bei ihnen zu Hause noch ein bisschen geplaudert bevor wir zurück in unser B&B sind.





















Dienstag, 2. Januar bis Sonntag, 7. Januar 2024
Die Landratte ist zum abgehärteten Seebären geworden!
Am Dienstag hat unser Schiff, Le Lapérouse, pünktlich nach Fahrplan abgelegt. Das Embarking gestaltete sich absolut problemlos, auch die Zollkontrolle in Hobart ging schnell vonstatten. Zunächst fuhr unser kleines Kreuzfahrtschiff durch die Storm Bay Richtung offenes Meer. Kurz bevor wir dieses erreichten durchfuhren wir einen der weltweit gefährlichsten Küstenabschnitte entlang spektakulärer Felsformationen. Zu Beginn der Überfahrt war das Meer noch recht ruhig. Die Wellenhöhe allerdings nahm allmählich zu. Am Donnerstag war die Dühnung dann sehr stark mit Wellenhöhen bis über 5 Meter. Das Schiff schaukelte auf und ab und es rollte merklich in der Dühnung. Nachts im Bett verursachte dies regelmässige Achteldrehungen des Körpers, abwechselnd nach rechts und nach links. Dafür mussten sich jene, die etwas über den Durst getrunken hatten nicht schämen – beim Gang durch das Schiff war die gerade Linie durch niemanden zu halten. Erstaunlicherweise hat mir das Schaukeln nichts ausgemacht, ich fand es sogar interessant. Vielleicht auch, weil ich mich an die 5 Regeln gegen Seekrankheit gehalten habe: 1. genug essen, 2. genug trinken, 3. genug schlafen, 4. nicht frieren, 5. keine Angst haben
Mittwochnacht mussten wir die Uhren um eine Stunde vorstellen. In der neuen Zeitzone blieben wir jedoch nur zwei Tage, denn schon am Freitag musste das Prozedere wiederholt werden. Wir sind der Schweizer Zeit nun 12 Stunden voraus.
Le Lapérouse wird von Ponant, einer französischen Reederei, betrieben. Dementsprechend war das Essen sehr gut zubereitet, vielfältig und es hatte für jeden Geschmack etwas. Am Mittag und am Abend wurde zum Essen stets Wein gereicht. Wir sassen immer wieder mit andern Leuten am Tisch und man erfuhren so manch interessante Lebensgeschichte. In den Tagen auf See habe ich wohl das eine oder andere Kilo zugelegt. Nicht zu vergessen sind die drei Bars mit Bier, Wein, Cocktails und Schnäpsen – wir haben alle ausprobiert (gemeint sind natürlich die Bars 😇). Da jede Kabine einen kleinen Balkon hatte, konnte man das Schiff nur im Innern von vorn nach hinten durchlaufen, für ein Lauftraining etwas gar ungemütlich, dafür gab es ein Fitnesszentrum, einen kleinen Swimmingpool und für jene, die wollten, ein Unterhaltungsprogramm, Sauna und Massagen. Unterwegs sahen wir Delphine und einige Zwergwale. Erstaunt hat mich, dass Möwen auch mitten auf dem Meer das Schiff begleiteten.
Am Freitagabend fuhren wir auf offener See an zwei ganz kleinen Felsinseln vorbei, Vorboten von Neuseeland. Dieses tauchte am nächsten Morgen am Horizont auf. Bis zum Anlegen am Sonntagmorgen fuhren wir stets der Küste entlang nach Nordosten – wieder in wärmere Gefilde, denn auf offenem Meer waren die Temperaturen nur zwischen 10 und 12 Grad. Die Zollkontrolle bei der Ankunft verlief wieder effizient und schnell.
Ein Taxi brachte uns vom Hafen Lyttelton nach Christchurch zur Adresse von Jacqui und Newell. Jacqui ist eine Cousine von Carole. Mit den beiden gingen wir ins Hilton zum Mittagessen (schon wieder schlemmen!) und einer anschliessenden Rundfahrt durch Christchurch. Sie leihten uns sogar ihr Auto für die Zeit in Christchurch. Wir bleiben bis kommenden Mittwoch in der Stadt.






















2. Januar 2024 – 7. Januar 2024
Kreuzfahrt mit der Le Lapérouse von Hobart bis Lyttelton/Christchurch
2.1.2024, 14.00 Abfahrt
7.1.2024, 10.00 Ankunft

18. Januar: Fahrt mit dem Costal Pacific von Christchurch nach Kaikoura
21. Januar: Fahrt mit dem Costal Pacific von Kaikoura nach Picton