19. Oktober 2023 – 15. Dezember 2023
Infos zu Australien und den Bundesstaat Western Australia: auf das unterstrichene Wort klicken.
Dienstag, 12. Dez. – Donnerstag, 14. Dezember
Um es gleich vorweg zu nehmen: Das ist der letzte Blog aus Westaustralien. Morgen früh geht es um 5 Uhr los – wir fliegen nach Hobart. Den nächsten Blog findet ihr dann im Menü Tasmanien.
Am Dienstag haben wir verschiedene Verwandte und Bekannte von Carole Familie getroffen. Mit Jean (Cousine von Caroles Mutter) haben wir in einem lokalen Food Court char kway teow und satay gegessen.
Abends trafen wir uns in einem italienischen Restaurant mit weiteren Moreira-Verwandten: Mel and Alex, Yvonne und David, und den erwachsenen Kindern von Mel und Alex: Jessica, Rahel und Blake. Nach dem Essen haben wir in „unserem“ Haus noch beim einen oder andern Glas Wein über alles Mögliche diskutiert.
Am Mittwoch haben wir tagsüber gefaulenzt. Am Nachmittag bin ich dann zu Strand von Scarborough gewandert, bevor wir abends ins Zentrum von Perth sind. Nach einem Znacht am Hafen sind wir durch das Zentrum geschlendert und haben uns von den vielfältigen Adventsbeleuchtungen überraschen lassen. Unglaublich was es da alles zu sehen gab. Nicht nur hatte jede Strasse eine andere aufwendige Beleuchtung, sondern auf einige öffentliche Gebäude und Kirchen wurden bewegte Adventsmotive projiziert – natürlich jeweils mit zugehöriger Musik untermalt (siehe Fotos, Rio Tinto war Sponsor). Die Weihnachtsbeleuchtung war schlicht und einfach ein Fest für die Augen – man konnte sich vom Anblick kaum losreissen.
Heute Donnerstag trafen wir uns mit einem Onkel von Carole. Errol und seine Frau Bea haben mit uns einen gemütlichen Vormittag verbracht. Wir sind danach zu einem Café am Strand, haben Surfer beobachtet und sind dann rechtzeitig zurück um unser Gepäck für den Flug bereit zu machen.


















Samstag, 9. Dez. – Montag, 11. Dezember
Am Samstag wurden wir um 11 Uhr von Bea und Colin abgeholt. Sie fuhren mit uns ins Swan River Valley. In einem Weinbaubetrieb haben wir Maureen und Terry getroffen. Bea und Maureen gingen in Malaysia mit Carole in die gleiche Klasse. Die beiden haben das Brüderpaar Colin und Terry geheiratet und sind nach Australien ausgewandert. Sie wohnen nun in Perth. Nach einer Weindegustation und anschliessendem Mittagessen haben wir uns von Maureen und Terry verabschiedet. Mit Bea und Colin sind wir nach Perth zurück und haben den Kingspark besucht. Danach haben sie uns in einen 40 km entfernten Vorort von Perth gebracht, wo wir bei Carmen und Steve zum Nachtessen eingeladen waren. Auch die Tochter Carmen, Den, mit ihrem Mann Brian war dabei. Den ist ebenfalls eine alte Schulkollegin von Carole. Beim Nachtessen hat uns ein neugieriges Quenda besucht. Carmen lieh uns ihr Auto, mit dem wir in dunkler Nacht eine abenteuerliche Fahrt zurück zu „unserem“ Haus in Scarborough (Stadtteil von Perth) hatten.
Sonntags haben wir den Bus ins Zentrum von Perth genommen. Unser Ziel war das neue Westaustralien Museum Boola Bardip. Das Museum ist mit modernster Technik ausgerüstet und enthält ein breites Spektrum an Ausstellungsthemen. Wir haben mehrere Stunden im Museum verbracht bevor wir nach einem stärkenden Suppenznacht in einem chinesischen Restaurant zurück zum unserem Haus sind. Bei einem Glas Wein haben wir im Garten des Hauses den Tag ausklingen lassen.
Heute war Fremantle unser Ziel. Wieder sind wir mit dem Bus ins Zentrum von Perth gefahren. Auf dem Hinweg erwischte mich kurz vor dem Einsteigen in den Bus überraschend ein Hexenschuss. Glücklicherweise bin ich das inzwischen gewohnt. Mitz etwas Vorsicht und gehen wie auf rohen Eiern konnten wir unser Programm durchziehen. Das bedeutete zuerst eine Wanderung vom Bahnhof zum Pier von wo aus wo wir mit einem Schiff auf dem Swan River in 5/4 £Stunden nach Fremantle gefahren sind. Das Zentrum von Fremantle haben wir zu Fuss erkundet und insbesondere die Häuserzeilen mit der reichhaltigen Architektur aus dem 19. Jahrhundert bewundert. Bevor wir den Zug zurück nach Perth genommen haben besuchten wir das Schiffswrackmuseum. Der Besuch auch dieses Museums war mehr als lohnenswert. Nachdenklich gemacht haben uns die Geschichten über die vielen traurigen Schicksale von Schiffbrüchigen. In Perth angekommen sind wir nochmals etwas herumgeschlendert und haben in einem malayischen Kopitiam (Restaurant) entsprechende Kost genossen. Bei einem Glas Wein bin ich jetzt am Schreiben 😋.



























Freitag, 8. Dezember
Heute heisst es Abschied nehmen von unserem Wohnmobil. Nach einem gemütlichen Frühstück im Strandrestaurant von Burns Beach sind wir nach Perth, der Hauptstadt Westaustraliens gefahren. Dort haben wir als erstes das für eine Woche gemietete kleine Haus bezogen und das Wohnmobil geleert. Der Weg zur Abgabe des Fahrzeugs war nicht ganz einfach: viel Verkehr und Baustellen, die uns zu Umwegen zwangen. Die Abgabe selbst verlief absolut reibungslos und schnell – am Fahrzeug war alles i.O., sodass die Kaution von 5060.50 AUD gleich auf meine Kreditkarte zurück überwiesen wurde.
In den 44 Tagen mit dem Camper haben wir 7170 km zurück gelegt. Eigentlich möchte ich keinen Kilometer davon missen, und doch gibt es das eine oder andere, auf das wir gerne verzichtet hätten, so. z.B. der Anblick von
– verbranntem Buschland
– überfahrenen Kängurus, etc.
– verlassene Rostlauben
– leichtsinnig gelegten Bremsspuren
Was uns fehlen wird, sind
– Fahrten durch wunderbare Landschaften, manchmal lieblich, manchmal fast kahl, aber immer mit einem gewissen Etwas
– Strassen, schnurgerade bis zum Horizont
– die schönen Mack Lastwagen
– Roadtrains, die bis zu 70 Meter lang sind und drei Anhänger ziehen
– für uns ungewohnte Strassenschilder
Nach der Fahrzeugrückgabe sind wir noch ein bisschen durch das Zentrum von Perth geschlendert und haben einen ersten Eindruck von der Stadt gewonnen.


















Mittwoch, 6. Dez. – Donnerstag, 7. Dezember
Gestern und heute haben wir in Burns Beach das Dasein genossen: Spaziergänge gemacht, einen Abendmarkt im kleinen Park neben dem Camping (es gab fast nur Verpflegungsstände) besucht und ein Bad im Meer versucht. Es blieb beim Versuch, da uns das Wasser beim ungemütlich wehenden Wind zu kalt war. Der Abendmarkt war ein richtiges Happening mit massenhaft Leuten, die es sich auf dem Gras im Park gemütlich gemacht und beim vielfältigen Angebot an Esswaren reichlich zugegriffen haben. Als Zugabe gab einen tollen Sonnenuntergang.













Dienstag, 5. Dezember
Von Collie aus fuhren wir unsere letzte grössere Etappe mit dem Wohnmobil. Nördlich von Perth haben wir uns am Burns Beach von Joondalup für die letzten drei Tage eingerichtet. Ich hoffe, dass bis zur Abgabe des Fahrzeugs meine Erkältung und insbesondere mein starker Husten weg ist – trotz lästig-böigem Wind mit Windstärken bis über 30 kmh, der sich trotz anständiger Temperaturen unangenehm kalt anfühlt.
Unterwegs haben wir am Wellington Staudamm Halt gemacht. Dies weil die Staumauer mit einem weltgrössten Graffiti verziert ist. Das riesige Kunstwerk bedeckt eine Fläche von rund 8000 Quadratmeter.







Montag, 4. Dezember
Rosemary ist eine weitere entfernte Verwandte von Carole. Sie und ihr Mann Richard sind heute extra nach Collie gefahren um mit uns den Tag zu verbringen. Auf einem Spaziergang durch Collie haben wir verschiedene Wandmalereien an Hauswänden bewundert und später bei einem ausgiebigen Mittagessen Familientratsch ausgetauscht und über alles Mögliche diskutiert. Beim Rundgang durch Collie ist mir ein grosser Schuppen aufgefallen, der mit „Men’s Shed“ beschriftet war. Auf meine diesbezügliche Frage erfuhr ich, dass sich in diesem Schuppen viele Werkzeuge zur Holz- und Metallbearbeitung befinden und alle Männer im Schuppen die Werkzeuge benutzen dürfen. Die Idee dahinter kann einem der nachfolgenden Fotos entnommen werden. Auch das etwas Nachahmenswertes.
Bevor wir gegen Abend zum Camping zurück sind, haben das Kohlemuseum von Collie besucht – in Collie wird im Tagbau immer noch Kohle aus dem Boden geholt.

















Sonntag, 3. Dezember
Vom Camping in Dunsborogh aus sind wir heute kreuz und quer durchs Land mit dem Ziel Collie gefahren. Carole hatte auf einem Wegteil über rund 40 km eine enge Strasse mit sehr vielen Kurven zu passieren – da ich eine Erkältung eingefangen habe verzichtete ich aufs Fahren. Um 14 Uhr sind wir in Collie angekommen, haben Kleider gewaschen und sind am frühen Abend ins Städtchen gelaufen. Nach der Besichtigung einiger alter Dampfloks haben wir In einem Pub ein feines Nachtessen genossen.





Samstag, 2. Dezember
Von Dunsborough aus sind wir zum Cape Naturaliste Lighthouse gefahren. Der Leuchtturm war der letzte Leuchtturm auf dem Festland von Australien, der von einem vor Ort wohnenden Leuchtturmwächter betreut wurde – bis 1996. Seither läuft auch hier der Betrieb vollautomatisch. Auf dem Cape to Cape Walk Track sind wir zum wir Sugarloaf Rock ein weiteres Stück gewandert und haben die Küstenlandschaft bewundert. Dieser erste Teil vom Cape to Cape Walk Track ist sogar rollstuhlgängig. Der Sugarloaf Rock ist die südlichste Stelle, an der der Rotschwanz Tropik Vogel nistet. An diesem Küstenabschnitt spielen oft Delphine mit den Wellen – von weitem haben wir eine Gruppe beobachten können. Auf dem Rückweg zum Camping haben wir am Sandstrand an der Eagle Bay Halt gemacht – für ein Bad im Meer war es uns aber zu kalt (21°) und zu windig.












Freitag, 1. Dezember
Weil übermorgen Sonntag der Ironman stattfindet müssen wir den Campingplatz in Busselton verlassen. In Dunsborough haben wir auf dem Camping noch einen Platz gefunden.
Zum Mittagessen waren wir in Busselton bei entfernten Verwandten von Carole zum Mittagessen eingeladen. Diese leben in einem kleinen Stadtteil, der für ältere Leute konzipiert wurde. Nebst ausschliesslich einstöckigen, rollstuhlgängigen Häusern sind viele Räume für alle Bewohner dieses Stadtteils gebaut worden: Geheiztes Schwimmbad, Fitnessraum, Bibliothek, Hobbyraum, Kino, Restaurant, Bowlingbahn etc. Wohnen dürfen hier nur Leute über 55. Mich hat die Anlage sehr beeindruckt, da könnten wir in der Schweiz noch einiges von den Australiern lernen!








Donnerstag, 30. November
Ärgerlich: Heute Nachmittag wollten wir das Unterwassermuseum in Busselton besuchen, aber ausgerechnet an diesem einen der 730 möglichen Halbtage eines Jahres wurden Unterhaltsarbeiten ausgeführt und das Museum war deshalb geschlossen. Da hier am Wochenende ein Ironman Triathlon stattfindet und wir morgen bei Bekannten zum Essen eingeladen sind, haben wir keine zweite Gelegenheit. So haben wir uns damit begnügt, den knapp zwei Kilometer in Meer hinaus führenden Busselton Jetty, ein Steg, an dessen Ende das Unterwassermuseum liegt, abzulaufen.
Auf dem Weg von Margaret River nach Busselton haben wir die Ngilgi Höhle, eine Karsthöhle mit vielen Stalaktiten und Stalagmiten besucht. Abends sind wir in Busselton ins Städtchen zu einem feinen Nachtessen.















Mittwoch, 29. November
Gracetown war unser heutiges Ziel. Vorgängig haben wir in Margaret River eine Fudge Factory besucht – ich habe mich mit einem halben Kilo Fudge beschenkt, Carole wird natürlich auch etwas davon bekommen. Das Meer vor Gracetown ist für seine fürs Surfen geeigneten Wellen bekannt und hier finden auch regelmässig Surfwettbewerbe statt. Am Ufer hat es überhängende Cliffs – es wird stets davon abgeraten, sich darunter zu begeben. Vor wenigen Jahren haben Zuschauer am Surfwettbewerb unter einem Cliff zugeschaut. Dieses ist überraschend abgebrochen und hat 10 Personen unter sich begraben. 9 davon haben es nicht überlebt! Der Cape to Cape Walk Track geht durch Gracetown. Wir sind ein Stück darauf gewandert und haben dem Tosen des Meeres und dem Wind zugehört und natürlich viel Sonne getankt.












Dienstag, 28. November
Den Camper lassen wir heute stehen. Wir haben uns für eine ganztägige Tour „All about Margaret River“ angemeldet. Es war eine kleine Gruppe mit nur 7 Teilnehmenden (inkl. uns). Zunächst besuchten wir die Hideaway Farm, wo wir Alpakas und Emus fütterten (siehe Fotos). Danach bekamen wir in einem Stall unser Frühstück bestehend aus Kafi, Tee und Scons. Der nächste Halt war bei einer Schoggifabrik, mmmhhh. Noch vor dem Mittagessen besuchten wir Ashbrooke Estate, ein Weinbaubetrieb, in welchem wir in gut einer halben Stunde einen Rosé, 4 Weissweine, drei Rotweine und einen Süsswein degustierten. Zum Mittagessen waren wir im ländlichen Betrieb „Oli Bello“. Hier konnten wir noch vor dem Essen viele verschiedene Olivenöle, Gewürze, Saucen, etc. probieren. Nach dem Mittagessen besuchten wir zwei weitere Weinbaubetriebe, schliesslich ist Margaret River für gute Weine bekannt. Wer vorher gedacht hat, dass in einer halben Stunde kaum mehr als 9 Weine degustiert werden können, hat sich getäuscht. In Brown Hill Estate haben wir es auf 11 Weine gebracht (4 Weisse, 1 Rosé, 5 Rotweine und 1 Liqueur Muscat). Den Vogel abgeschossen hat der Weinbaubetrieb Redgate: Alle 2 Minuten kam ein neuer Wein zum Degustieren auf den Tisch. Startend mit einem weissen Schaumwein, weiter über einen Rosé, 6 Weissweine, einen weissen Dessertwein und 5 Rotweine ging’s zum Schluss über zu einem roten Schaumwein und als Abschluss noch zu einem roten Dessertwein. Als qualifizierter (?) Säufer habe ich alle 36 Weine gekostet und keinen Tropfen weggeleert 😇😋🙃














Montag, 27. November
Mitte des 19. Jahrhunderts sind die vier Brüder Bussell im Alter zwischen 12 (!) und 20 nach Australien ausgewandert. Sie haben sich in der Gegend von Margaret River niedergelassen. In England blieb die ihnen lieb gewordene Cousine Margaret zurück. Ihr schrieben sie mehrere Briefe und sie baten Margaret, ebenfalls nach Australien zu kommen. Leider erhielten sie keine Antwort. Heute weiss man, dass die Briefe nie bei Margaret angekommen sind und dass Margaret nie erfahren hat, dass das landschaftlich liebliche Gebiet, das heute für den Weinbau und die Landwirtschaft bekannt ist, nach ihr benannt wurde. Der Name der vier Brüder ist in der Ortschaft Busselton verewigt.
Wir haben uns entschlossen, Margaret River näher kennen zu lernen. Nach gemütlichem Vormittag sind wir ans Meer zur Mündung des Margaret Rivers gefahren. In diesem Küstenstreifen entstehen gewaltige Wellen, welche bei Surfern beliebt sind. In den bis zu über 7 Meter hohen Wellen werden oft Surfwettbewerbe durchgeführt.












Sonntag, 26. November
Am Cape Leeuwin treffen sich der indische und der südliche Ozean. Diesen Punkt haben wir auf unserer heutigen Fahrt von Pemberton via Augusta nach Margaret River besucht. Am Cape haben wir eine Führung im Leuchtturm gebucht und eines der drei Wohnhäuser von Leuchtturmwächtern – heute ein Museum – besucht. Der Leuchturm, erbaut im Jahr 1895, ist immer noch in Betrieb, wobei heute der Betrieb vollautomatisch läuft. In den ersten Jahrzehnten waren drei Leuchtturmwächter für den Betrieb zuständig. Ein äusserst karges Leben, auch für die Familienangehörigen. So dauerte z.B. der Schulweg vom abgelegenen Cape zur Schule in Augusta mehrere Stunden. Im Museum konnte man viele persönliche Geschichten der dort wohnhaft Gewesenen lesen. Beispiel: Die Katze eines Leuchtturmwächters hat diesen stets nach oben begleitet. In einem Sturm wurde sie von der Plattform geblasen und fiel 32 Meter in die Tiefe, landete in einem Gebüsch und blieb unverletzt. Den Turm hat die Katze danach nie mehr betreten.
Wir haben uns nun für 4 Nächte im Camping von Margaret River einquartiert und werden von hier aus Ausflüge in die Umgebung machen.





Samstag, 25. November
Unsere heutige Fahrt ging von Walpole aus nach Pemberton. Praktisch auf dem ganzen Weg sind wir durch Wälder mit riesigen Karribäumen (klicken) gefahren. Da die Strassen eng waren und Licht un d Schatten sich abwechselten, war die Fahrt eher heikel. Zum Glück hatte es nicht viel Verkehr. In Pemberton angekommen sind wir mit dem „Tram“ zu einige Stromkaskaden gefahren. Beim Tram handelte es sich um ein altes Bähnchen, das für Touristen aufgemöbelt wurde und das auf den Geleisen einer stillgelegten Holztransportbahn fuhr. Beim Überqueren der nur wenig befahrenen Hauptstrasse musste das Tram anhalten und der Tramführer musste an einem Schaltkasten das Senken der Barriere verlassen und nach dem Überqueren bei einem zweiten Kasten die Barriere wieder hochfahren lassen. Wie er selber gestand, hat er dies einmal vergessen und so entstand auf der Strasse offenbar ein Stau.
Nach der Rückkehr mit dem Tram sind wir zu Gloucester Tree gefahren. Dies ist ein 72 Meter hoher Karribaum bei dem sich auf 61 Meter Höhe ein Feuerausguck befindet. Auf einer recht abenteuerlichen „Treppe“, gebaut aus ca. zwei Meter langen Schrauben, die in den Baum getrieben wurden, konnte man früher wie auf einer Wendeltreppe nach oben steigen. Schwindelfreiheit und etwas Mut natürlich vorausgesetzt. Mein Mut wurde glücklicherweise nicht auf die Probe gestellt, da die Treppe geschlossen war.


















Freitag, 24. November
Wir bleiben zwei Nächte in Walpole. Den heutigen Tag haben wir für eine geführte Bootsfahrt auf dem Walpole and Normalup Inlets Marine Park gemacht. Der Ausflug war – für Carole – sehr informativ. Für mich etwas weniger, da der Führer während 2 1/2 Stunden praktisch nonstop wahnsinnig schnell gesprochen hat. Zusammen mit meinen Hörproblemen und dem Motorenlärm war ich überfordert. Carole hat mir dann Einiges übersetzt. Am späteren Nachmittag haben wir einen Spaziergang in der Umgebung unseres Campings gemacht. Auf dem Heimweg sahen wir paar Känguru-Mütter mit ihren Jungen. Sie haben sich im Garten des kleinen Bürogebäudes unseres Campings aufgehalten und zusammen mit einigen Galahs Nahrung gesucht.
Beim Fotografieren ist mir plötzlich aufgefallen, dass der Autoschlüssel nicht mehr in meiner Hosentasche ist. Wir haben nur einen und den Camper schliessen wir immer ab. Oh Schreck! Sofort machten wir uns auf die Suche und gingen den ganzen Weg ab. Nichts. So blieb nur noch die Hoffnung, dass mir der Schlüssel schon beim Camper rausgefallen ist. Wieder nichts. Kontrollgriff an der Tür: Nicht abgeschlossen. Also rein ins Fahrzeug und dort nachgesehen. Alles noch da und der Schlüssel steckte im Zündschloss. Uff, langsam werde ich wohl gaga.













Donnerstag, 23. November
Heute haben wir Albany verlassen und sind nach Walpole gefahren. Unterwegs haben wir in der Nähe des Orts Denmark die Elephant Rocks besucht. Der Zufall wollte es, dass wir am Strand stehend einen Eagle Ray sahen. Im klaren Wasser konnte ich bis auf einen Meter zu ihm hingehen und Fotos machen. Ein weiterer Höhepunkt des heutigen Tages war der Tree Top Walk im Valley of the Giants. In diesem Tal wachsen riesige, einzigartige Bäume – man findet sie nur hier im Süden von Westaustralien.





















Mittwoch, 22. November
Museumstag in Albany: Zuerst haben wir den Nachbau der Brig Amity besucht. Dieser Zweimaster hat 1826 die ersten weissen Siedler nach dem heutigen Albany gebracht. Wir können uns heute kaum vorstellen, wie entbehrungsreich die Schifffahrt und die ersten Jahre der Siedler waren! Danach haben wir das alte Gefängnis besucht und einige haarsträubende Geschichten über die damaligen Insassinnen und Insassen gelesen. Ebenso, wie harsch damalige Strafen für kleine Vergehen ausfielen. Nach dem (kurzen) Besuch eines weiteren geschichtlichen Museums haben wir den Tag mit einer Fahrt zum Convoy Lookout – von hier aus sah man 1914 den Convoy mit zehntausenden Soldaten und tausenden Pferden Richtung Europa losfahren – und an die Küste am Emu Point abgerundet.









Dienstag, 21. November
Nach einer kurzweiligen Fahrt über 180 km sind wir am Mittag in Albany (klicken) angekommen. Im Touristeninfozentrum haben wir die wichtigsten Tipps für unseren zweitägigen Aufenthalt bekommen. So sind wir nach einem kurzen Lunch zur Natural Bridge und zum Gap gefahren. Hier wurden wir an einer exponierten Stelle mit weiteren Bildern der felsigen und wilden Küste Südaustraliens belohnt. Anschliessend fuhren wir zur Whaling Station, wo wir im Museum viele Infos über den Walfang erhielten. Zm Schluss sind wir dann noch zur Albany Wind Farm, haben dort einen Spaziergang gemacht und nochmals den wilden Küstenabschnitt betrachtet. Nach einem ausgezeichneten Fish and Chips haben wir uns auf dem Camping im Stadtzentrum von Albany eingerichtet.





















Montag, 20. November
Von Hopetoun aus sind wir heute nach Jerramungup gefahren, nur 165 km. Unterwegs passierten wir mehrmals Gebiete, in welchen Buschbrände gewütet haben. Wir sind schon mittags auf dem Camping angekommen und haben das angenehme Wetter für eine Wäsche genutzt, geplant und gefaulenzt. Bilder haben wir für einmal keine geknipst.
Sonntag, 19. November
Weitere 250 km haben wir heute mit unserem Camper zurückgelegt. In Hopetoun (toun, nicht town), einem kleinen Ort an der Küste, übernachten wir auf dem Camping. Unterwegs lagen links und rechts wieder viele Weizenfelder, abwechselnd mit Buschland. Nach rund 190 km Fahrt kamen wir nach Ravensthorpe, einem kleinen Städtchen. Die dortigen Getreidesilos sind mit grossen Kunstwerken bemalt. Kurz vor Hopetoun wurde ich um 13 Uhr von der Polizei angehalten und musste ins Röhrchen blasen (13 Uhr am Sonntag!), zum ersten Mail seit ich vor über 50 Jahren den Führerschein bekommen habe. Gut ist gestern Mittag Carole nach dem Degustieren von Gin nicht als Fahrerin in die Kontrolle gekommen.









Samstag, 18. November
Heute haben wir vormittags eine Rundfahrt (rund 40 km) auf dem Ocean Drive westlich von Esperance gemacht und eine ganze Reihe ausgesprochen schöner Buchten, Strände und Küstenlandschaften gesehen. Von Weitem war auch ein Buschfeuer auszumachen. Nach kurzem Halt in Esperance sind wir am Nachmittag sind wir zur Lucky Bay, rund 80 km östlich von Esperance gelegen, gefahren. Auch diese Bucht war schon fast kitschig schön und die Farben unglaublich intensiv. Es passte, dass ich auf einem Fussweg plötzlich vor einem Känguru mit ihrem Jungen stand. Da uns Wasser und Luft zu kühl fürs Baden war, sind wir von der Lucky Bay nach Thistle Cove und zurück gewandert. Es waren pro Weg zwar nur gut 2 km, allerdings führte der Weg über einen Hügelzug und er war landschaftlich so abwechslungsreich, dass wir immer wieder Halt machen und Fotos schiessen mussten. Die Wanderung dauerte daher fast zwei Stunden. Zurück in Esperance gab am Abend eine Pizza.
Auch ja, fast vergessen: Um halb eins haben wir eine Gindestillerie besucht. Carole hat mehrere Gin’s degustiert und ich musste trocken bleiben, schliesslich war ich Chauffeur. Was tut man nicht alles für das Wohlergehen seiner Frau 😇

























Freitag, 17. November
Auf dem Goldfields Highway sind wir heute 400 km nach Esperance gefahren. Unterwegs sahen wir viele ausgetrocknete, flache Seen und Tümpel, oft befand sich an Stelle von Wasser Salz, Zeugnis dafür, dass das Wasser hier salzhaltig ist. Auf den letzten 100 km unserer Fahrt befanden sich rechts und links der Strasse wieder Weizenfelder. Der Ertrag dieser Felder geht allmählich zurück, da die Böden versalzen. In Esperance angekommen, sind wir in der schönen Parkanlage dem Meer entlang gewandert und auf dem mehrere Hundert Meter langen Jetty sind wir trotz kaltem Wind bis zum Ende gelaufen.









Donnerstag, 16. November
Wir haben in Kalgoorlie einen Ruhetag eingelegt, d.h. wir bewegten unseren Camper keinen Meter. Von unserem Campingplatz in Boulder sind wir mit dem Bus nach Kalgoorlie gefahren – eine Herausforderung war nur schon das Finden der Bushaltestelle und auch der Fahrplan war nicht gerade das Gelbe vom Ei. Eine Stunde später als geplant sind wir dann in Kalgoorlie angekommen. Im örtlichen Tourismusbüro haben wir einen Audioguide geholt und damit das Zentrum der Stadt mit den vielen geschichtsträchtigen Orten abgeklappert und das Museum of the Goldfields besucht. Der Audioguide gab auch viele interessante Geschichten preis, z.B. die Folgende: Auf der zentralen Hauptstrasse gab es einige Beizen. Neuankömmlinge wurden gerne zu einer Wette herausgefordert, bei der sie in der ersten Beiz einen Teelöffel Bier bekamen, in der zweiten Beiz das Doppelte, und in jeder weiteren Beiz mussten sie die doppelte Menge der vorangehenden Beiz trinken. Wenn der Neuankömmling nach der letzten Beiz noch stehen konnte, hatte er die Wette gewonnen und sonst war der Wetteinsatz weg. Unnötig zu sagen, dass die Wette in der Regel verloren ging. Wäre ich noch Lehrer, gäbe das eine unübliche Aufgabe zum Thema exponentielles Wachstum 😊.
Oder: Der berühmteste Patron im Palace Hotel von Kalgoorlie war Herbert Hoover, ein Mineningenieur, der später zum 31. Präsidenten der USA gewählt wurde.
Ein grosses Problem der frühen Jahre Kalgoorlies war die Wasserversorgung. So war Wasser hier zeitweise wertvoller als Gold und Whisky trinken war günstiger als seinen Durst mit Wasser zu stillen. Erst mit dem Bau der Golden Pipeline, der mit 540 km längsten Süsswasserpipeline der Welt, wurde das Wasserproblem Kalgoorlies und weiterer Bergbaustädte gelöst. Fotos folgen












Mittwoch, 15. November
Der Campingplatz in Narembeen war ausgesprochen sauber – trotzdem waren wir die einzigen Gäste, kein Wunder, waren wir doch abseits der Hauptstrassen unterwegs. Heute Morgen war es kühl und wie gehabt windig. Wir haben daher in der Campingküche gefrühstückt. Bereits um 08.30 Uhr sind wir losgefahren, da wir bis zu unserem heutigen Ziel, der Goldgräberstadt Kalgoorlie 400 km fahren mussten. Unterwegs sahen wir einen kleinen Teil vom längsten Zaun (klicken) der Welt. In Kalgoorlie haben wir als erstes die Super Pit Goldmine von der Aussichtsplattform aus angeschaut. Wow, was für ein Loch! 1,5 km breit, 3,5 km lang und 600 Meter tief. Die riesigen Laster auf der andern Seite des Lochs sehen aus wie Spielzeugautos.
Die Laster haben 2300 PS, wiegen 166 Tonnen, eine Tankfüllung beträgt 3790 Liter. Sie können 245 Tonnen Gestein transportieren mit einer maximalen Geschwindigkeit von 60 km/h. Es gäbe zur Super Pit Goldmine noch viel zu schreiben – klickt einfach den Link an.

















Dienstag, 14. November
Für uns unvorstellbar, wie gross die Weizenkammer in Westaustralien ist. Heute sind wir von York via Hyden nach Narembeen rund 400 km gefahren und waren immer von derartigen Feldern umgeben. Unterwegs haben wir bei einem (kein Witz) Hundefriedhof Halt gemacht und den Wave Rock (klicken) besichtigt. Da wir frühzeitig in Narembeen angekommen und die Temperaturen mit 31 Grad und etwas Wind angenehm sind, haben wir eine Wäsche gestartet und wir gehen nach dem Trocknen in eine örtliche Bar zum Nachtessen. So muss Carole für einmal nicht kochen und ich nicht abwaschen.

















Montag, 13. November
Von Cervantes aus sind wir heute auf Nebenstrassen durch eine liebliche Landschaft via Moora nach York gefahren. Der Weg führte durch die Weizenkammer Westaustraliens. Die Felder erstrecken sich über Hunderte Kilometer, immer wieder unterbrochen von Windschutzstreifen und vielen einzelnen Bäumen. Wo das Feld bereits abgeerntet war, weideten oft Schafe oder Kühe. Bei der Mittagsrast in Wongan Hill wurden wir von hunderten Kakadus überrascht, welche einen ziemlichen Lärm vollführten. In York angekommen konnten wir einen kleineren Teil des Städtchens nicht besichtigen, da gerade ein Film mit vielen Statisten gedreht wurde. Da das ganze Ortszentrum für Fahrzeuge abgeriegelt war kamen die schönen alten Gebäude umso mehr zur Geltung, zumal auch kaum jemand zu Fuss auf der Strasse war.


















Sonntag, 12. November
Auf dem Weg nach Cervantes (klicken) haben wir in Greenough Leaning Trees (horizontal wachsende Bäume) gesehen. Im familiären kleinen Zoo ein paar Kilometer weiter haben wir den nächsten Halt eingelegt und verschiedene Tiere (Emus, Kängurus etc) gefüttert und bei der Fütterung eines Krokodils zugesehen. In Cervantes sind wir nach einer langen Fahrt auf einer eher engen und kurvigen Strasse durch die Dünen um 13.15 Uhr angekommen, gerade rechtzeitig, um in der Lobster Shack einen grossen Lobster zu verspeisen. Anschliessend haben wir unseren Platz im Camping bezogen und sind dann gleich weiter zu den Pinnacles. Was für einen spektakulären Anblick diese einmalige Landschaft bot! Zurück im Camping haben wir dem Meer entlang Richtung Thirsty Point einen grösseren Spaziergang gemacht und ein Bier genossen. Nachtessen liessen wir nach dem feinen Lobster sausen – Dessert natürlich nicht; ich ass die Stange Nougat auf, welche mich letzte Woche einen halben Zahn gekostet hatte.















Samstag, 11. November
Wir bleiben einen weiteren Tag in Geraldton. Carole verabredete sich zu einer Fusspflege und ich nutzte die Zeit für einen Rundgang. Während zwei Stunden spazierte ich entlang eines beschilderten Weges, der mich an vielen geschichtlich interessanten Orten von Geraldton vorbei führte. Diese waren mit informativen Schildern beschrieben und so bekam ich auch vieles von der Geschichte von Geralton mit. Später traf ich Carole am Strand. Von einer nahen Bar hörten wir gute Livemusik. Wir entschlossen uns zu einem Imbiss und einem Glas Wein in der Bar. Am Schluss blieben wir für rund 2 1/2 Stunden sitzen. Danach marschierten wir zu unserem Zeltplatz, wo wir gerade rechtzeitig vor einem Gewitter ankamen.









Freitag, 10. November
Die Fotos von der Schnorcheltour sind endlich da – siehe Blog vom Montag, 6. November. Heute mussten wir früh raus, da ich um 10 nach 10 einen Termin beim Zahnarzt Centro Dental in Geraldton hatte. Nach dem Zusammenräumen, es regnete ausnahmsweise etwas, verabschiedeten wir uns endgültig von Sabine und Richard. Sie fahren nun ostwärts und wir nach Süden. In Europa werden wir uns nächstes Jahr wieder treffen.
Auf dem Weg nach Geraldton legten wir in Northampton einen kurzen Halt ein um Cremeschnitten zu kaufen – dort bekommt man angeblich die Besten in ganz Australien. Nach dem Zahnarztbesuch haben sie dann auch wunderbar geschmeckt, auch wenn ich noch eine taube rechte Seite hatte und nur links kauen durfte. Apropos Zahnbehandlung: Diese fand in einem gefälligen alten Gebäude statt. Der Behandlungsstuhl war ausgesprochen bequem, über mir hing ein riesiger Bildschirm in welchem leider v.a. Werbung ohne Ton lief. Der Zahnarzt war ein Inder, ebenso die Assistentin. Die Behandlung war sehr feinfühlig und absolut schmerzfrei. Ungewohnt war einzig, dass ich für das Spülen vom Behandlungsstuhl aufstehen, zum Lavabo gehen und wieder zurück auf den Stuhl musste. Erleichtert war ich nach dem Flicken meines Zahn schon. Und das Beste: Die 40 minütige Behandlung kostete nur 260 A$, also etwa 150 Franken.
Wir entschlossen uns, zwei Tage in Geraldton zu bleiben. Am Nachmittag spazierten wir dem Strand entlang zum Leuchtturm. Der Wind hat so stark geblasen, dass wir kaum vorwärts kamen. Die Hutkrempe haben wir wegen des uns entgegen geblasenen Sandes tief über die Augen gezogen und daher nur wenige Meter nach vorn gesehen. Plötzlich nahm ich vor mir eine Bewegung wahr. Wie wir genauer hinschauten, merkten wir, dass wir etwa 10 Meter vor einer Fellrobbe, welche sich gerade zum Ausruhen am Strand niederliess, standen!













Donnerstag, 9. November
Am frühen Morgen erreichte uns die traurige Nachricht, dass Caroles einziger in KL lebender Cousin Charles verstorben ist. Er hatte grosse Herzprobleme und wäre Ende November operiert worden. So gesehen kam sein Tod nicht überraschend, hat uns aber trotzdem getroffen. Rest in peace, Charlie!
Vom Roadhouse sind wir via Kalbarri rund 300 km nach Port Gregory gefahren. In Kalbarri haben wir eine kurze Mittagsrast gemacht und Brot gekauft. Kurz nach Kalbarri sah ich ein Schild „Rainbow Valley“ und bog kurz entschlossen ab. Nach wenigen Metern kam ein kleiner Parkplatz und von dort aus hiess es wandern. Ich habe Carole zu dieser Wanderung genötigt und wir beide haben es nicht bereut, wurden wir doch mit vielen schönen landschaftlichen Bildern belohnt. Vor Port Gregory liegt der Pink Lake, bei welchem wir einen weiteren Halt machten (die beiden Bilder habe ich aus dem Internet kopiert). Und man glaubt es kaum: Zufällig trafen wir auf dem Zeltplatz in Port Gregory unsere Freunde aus Bayern, Sabine und Richard, wieder. Wir haben die Gelegenheit genutzt und gemeinsam gekocht (ich natürlich nicht, sonst hätte es Magenverstimmungen gegeben): Nach Apérohäppchen mit Pimms gabs Spaghetti, Süsskartoffeln, Blumenkohl und Porterhouse Steak. Dazu Wein und am Schluss ein Schnäpschen.


















Dienstag, 7. November – Mittwoch, 8. November
Ein Besuch der Shark Bay hat uns gereizt und so haben wir uns am Dienstag rechtzeitig auf den Weg nach Monkey Mia gemacht. Unterwegs haben wir einen Halt bei den Stromatolites gemacht. Leider konnten wir nur die Infotafeln lesen, weil der Steg zu den Stromatolites beim letzten Zyklon zerstört wurde und darum eine Besichtigung von Nahem zur Zeit nicht möglich ist. Der nächste Halt war am Shell Beach, einem Strand, der nicht aus Sand, sondern aus Abermillionen kleinen, weissen Muscheln besteht. Die Muschelschicht ist bis 10 Meter tief und so dicht gepresst, dass daraus sogar Ziegel für den Bau von Häusern gewonnen wurden. Kurz vor dem Eindunkeln sind wir in Monkey Mia angekommen und dort haben wir Sabine und Richard nochmals getroffen. Am Abend ist ein starker und kalter Wind aufgekommen, sodass ich die Jacke auspacken musste.
Bei der Fahrt nach Monkey Mia ist mir ein Stück eines Zahn abgebrochen. Nun muss ich wohl oder übel einen australischen Zahnarzt aufsuchen – der Nächste ist allerdings über 400 km entfernt (!) und ich weiss nicht so recht, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht.
Am Mittwochmorgen sind wir früh aufgestanden um die Fütterung von wilden Delphinen nicht zu verpassen. Die Delphine sind kurz vor 8 aufgetaucht und jeder hat ein Stück Fisch erhalten. Dazu gab es für die Zuschauer viele Infos zum Leben der Delphine. Beim Warten auf die zweite Gruppe Delphine ist ein Shovel Nose Ray bis zum Strand gekommen. Ebenso eine Schildkröte und dann ist noch eine sehr giftige Wasserschlange wenige Meter vor uns durchgeschwommen – zum Glück wussten wir noch nicht, wie giftig die gewesen wäre, sonst hätte ich das Wasser (wir standen zwar nur am Rand) sofort verlassen.
Anschliessend haben wir in Denham gefrühstückt, für mich gabs unter anderem eine riesige Cremeschnitte, die nota bene nicht schlecht war. Nach ausgiebigem Spaziergang dem Meer entlang machten wir uns auf Weg Richtung Overlander Roadhouse, wo wir auf dem Camping übernachten werden. Unterwegs haben wir im Ocean Park Aquarium bei einer Führung mit Fütterung von Haien teilgenommen. An der Führung wurde nebst vielen Meeresbewohnern auch eine Seeschlange gezeigt und wir erfuhren, dass ein Biss tödlich endet.























Montag, 6. November
Der Coral Bay (klicken) vorgelagert befindet sich das Ningaloo Reef. Das Korallenriff befindet sich hier nicht wenige Meter vor der Küste wie etwas weiter nördlich, sondern man muss mit einem Boot rausfahren. Für heute haben wir einen 7-stündigen geführten Schnorchelausflug zum Riff gebucht. Um 10 vor 8 hiess es bereit sein – Taucherbrille, Flossen und Schwimmanzug fassen. Am Vormittag war es noch ziemlich kühl auf dem Meer, was uns das erste Mal frösteln liess. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben und sich noch bis zum Zähneklappern steigern. Der erste Halt war für 40 Minuten schnorcheln geplant – es wurden dann 1 1/2 Stunden im kühlen Wasser. Dafür wurden wir mit spannenden Blicken auf die vielfältigen Formen der Korallen und ihrer Lebewesen belohnt. Wir sahen Schildkröten, die knapp unter uns elegant durchs Wasser schwebten, Fische in vielen Farben und Grössen, ja sogar einen Tintenfisch und Kraken sahen wir beim ersten „Tauch“gang. Dann – wir schlotternd – fuhr unser Schiff ein Stück die Küste hinauf, wo das Meer recht unruhig war. Von einem ausspähenden Flugzeug aus wurden Mantarochen gesichtet. An der richtigen Stelle erfolgte der nächste Sprung ins Wasser. Kurz darauf sahen wir den ersten Mantarochen, der direkt unter uns einen Looping schwamm, als wollte er uns seinen weissen Bauch zeigen. Wir sahen vor der Rückkehr aufs Schiff noch ein paar weitere Mantas mit einer Spannweite von bis zu 4 Metern. Das Schiff war nicht verankert und so musste man sich auf dem Weg zum Einstieg in der Meeresströmung ziemlich anstrengen, was wenigstens etwas Wärme gab. Während das Schiff nach dem Schnorchelgang weiterfuhr und gegen Wind und Wellen ankämpfte wurden wir verpflegt. Danach mussten wir auf dem Weg zu den Riffhaien durchs Korallenriff schwimmen – nicht ungefährlich angesichts des engen Durchgangs, der Wellen und der Strömung – links und rechts kamen die Korallen bis zur Wasseroberfläche. Auf der Aussenseite des Riffs wurden wir dafür mit dem Blick auf einige Riffhaie belohnt, welche sich von kleinen Fischen die Zähne putzen liessen. Obwohl uns die Wellen hin und her warfen, konnten wir uns kaum von diesem Anblick lösen. Unsere Führer haben uns jeweils vor dem Einstieg ins Wasser Verhaltensregeln gegeben und viele Informationen zu dem, was uns erwarten wird. Sonst hätten wir z.B. die Zahnputzfische kaum wahrgenommen. Die Schnorcheltour war ein Highlight und wird uns garantiert unvergessen bleiben. Die Fotos wurden von einem begleitenden Unterwasserfotografen gemacht.
Nach der Rückkehr zum Camping um 15 Uhr haben wir uns schnell wieder aufgewärmt, geduscht und dann fuhren wir rund 240 km bis Carnarvon.


























Samstag, 4. November – Sonntag, 5. November
Am Freitagabend haben wir den Campingplatz in der Coral Bay erreicht, bisher mit 78 AUD der teuerste Platz. Aber auch sehr sauber und gut ausgerüstet. Die Coral Bay hat kristallklares Wasser, allerdings nicht halt mehr 29 Grad warm wie in Broome, aber mit 22 Grad immer noch akzeptabel. Am Freitag sind wir für einen Drink in ein Restaurant, und wen treffen wir da? Genau, die Heerbrüggler, die wir schon 1000km nördlich in Broome getroffen hatten. Und am Samstag trudelten Richard und Sabine zufällig auch auf dem gleichen Camping ein. Mit ihnen sind wir gestern Abend zu einem Drink in die Bar und heute gehen wir gemeinsam zum Nachtessen, Carole freut sich schon auf die Meeresfrüchte.
Hier ist mir auch eine spezielle Aufnahme geglückt: Am Freitagabend hat es intensiv geblitzt (aber nicht geregnet, nur gewindet). Mit viel Glück habe ich einen davon erwischt. Wenn man das Foto vergrössert sieht man die Struktur vom Blitz.







Freitag, 3. November
260 km bis Coral Bay ist unser heutiger Plan. Zuerst aber gabs ein währschaftes Frühstück im Roadhouse. Die Fahrt Richtung Südosten ging durch karge Landschaften, wo uns einmal mehr die Termitenburgen, die wir zu Tausenden gesehen haben, beeindruckt haben. Diese sind bis zu zwei Meter hoch und stehen wie Säulen in der Landschaft.





Donnerstag, 2. November
Bereits um 6 Uhr in der Früh holte uns der Wecker aus dem Schlaf. Sofort hiess es Zusammenräumen, ein schnelles Frühstück im Stehen und dann fuhren wir zur Burrup Peninsula, wo uns unser Führer Peter, dessen Mutter eine Aboriginie war, erwartete. Auf der knapp 1 1/2 stündigen Führung erzählte er uns viel aus dem Leben der Aborigines und erklärte uns manche Felszeichnung. Sehr spannend und informativ. Hoffentlich wird der Murujuga National Park zum UNESCU Weltkulturerbe und damit besser geschützt.
Danach haben wir uns in Karratha umgesehen, die dortige katholische Kirche Saint Paul und ein eindrückliches Kulturzentrum besucht bevor wir die rund 280km zum Roadhouse Nanutarra auf halbem Weg zum morgigen Ziel, der Coral Bay gefahren sind. Jetzt übernachten wir auf einem Camping neben dem Roadhouse – die Einrichtung ist ziemlich mager, was angesichts der Tatsache, dass die nächste Ortschaft rund 250km entfernt ist, nicht überrascht. Beim währschaften Nachtessen im Roadhouse sind wir mit ein paar Minenarbeitern ins Gespräch gekommen. Diese haben uns einiges über ihr Leben hier erzählt und uns dann auch noch ein Sticky Date Pudding offeriert. Jack, einer der Minenarbeiter, fliegt morgen nach Perth – er hat uns 4 lt Orangensaft und viel Instant Kaffee geschenkt. Wir haben mit ihm im Dunkeln noch längere Zeit gequatscht, auch weil die Temperatur mit rund 25 Grad recht angenehm war (bei unserer Ankunft im Roadhouse war es mit fast 40 Grad unangenehm heiss).












Mittwoch 1. November
Heute sind wir von Point Samson nach Karratha gefahren – nur rund 60 km. Nachdem wir gestern um 17.15 Uhr vor einem bereits geschlossenen Camping standen und wir so quasi eingebrochen sind (natürlich haben wir heute Vormittag als erstes den Eintritt bezahlt), haben wir uns diesmal schon Stunden im Voraus auf dem Camping von Karratha (klicken) angemeldet. Bevor wir in Karratha auf den Campingplatz sind, haben wir Dampier (von hier aus wird auch Eisenerz und Salz verschifft) besucht und den Zugang zum Murujuga National Park, Burrup Peninsula gesucht, wo wir morgen um 8 Uhr für eine Führung auf einer Aboriginal Site mit Zehntausenden von Felszeichnungen angemeldet sind. Weiteres dann im Blog von morgen.






Dienstag, 31. Oktober
Heute sind wir vom Eighty Miles Beach via Port Hedland nach Point Samson gefahren. Zum Glück hat sich das Problem mit dem ABS fast von selbst gelöst, dafür haben wir rund 150km vor der nächsten Tankstelle in Port Hedland gemerkt, dass es mit dem Diesel knapp wird. So habe ich die Geschwindigkeit von 110km/h auf 90 km/h reduziert. Praktisch mit dem letzten Tropfen sind wir bei der Tankstelle angekommen 😅😅😅. Port Hedland haben wir einen kurzen Besuch bestattet und sind dann weiter bis Point Samson, nochmals rund 200km. In Point Samson haben wir dann auf dem Camping übernachtet.









Montag, 30. Oktober
Heute fuhren wir knapp 400 km über den Great Northern Highway (klicken) Richtung Süden bis zum Eighty Miles Beach. Unterwegs sind wir durch jene Gebiete gefahren, in denen Buschbrände gewütet haben. Drei Mal haben wir einen Roadtrain – LKW mit drei Anhängern – gekreuzt. Diese sind so schwer, dass sie bei einem überraschend auftauchenden Hindernis weder ausweichen noch bremsen können. So haben wir am Strassenrand fünf tote Rinder und mehrere tote Wallabies gezählt.
Die letzten 9 km fuhren wir über eine Sand- & Kiesstrasse. Unser Auto hat diese Fahrt nicht sehr genossen, jedenfalls leuchtete plötzlich ein Warntext auf: ABS – Visit Workshop! Morgen müssen wir über die gleiche Holperpiste zurück. Ich hoffe, dass sich das Ding morgen auf der Hauptstrasse wieder beruhigt und mir kein schlechtes Gewissen mehr macht. Am Eighty Miles Beach konnten wir leider nicht baden – zu viele gefährliche Quallen. Dafür sind wir mit Sabine und Richard, die wir hier wieder getroffen haben, nachts zum Strand in der Hoffnung Flatback Turtles zu sehen. Diesmal hatten wir mehr Glück als gestern mit dem Stairway to the Moon: Wir konnten zwei Flachrücken Seeschildkröten sehen, wie sie sich den Strand hoch kämpften und oberhalb der Flutlinie im weichen Sand eine Vertiefung aushoben, in welche sie 50-70 Eier gelegt und zugedeckt haben. Anschliessend machten sie sich auf den beschwerlichen Weg zurück ins Meer. Uns Vier hat das seltene Naturereignis tief beeindruckt.





















Samstag, 28. Oktober – Sonntag, 29. Oktober
Am Samstag haben wir uns weiter eingerichtet, Einkäufe gemacht und abends den Sonnenuntergang am Strand des Cable Beach genossen, zusammen mit unseren Campernachbarn Sabine und Richard Stier aus Bamberg (Bayern). Sabine und Richard haben uns in den letzten drei Tagen viele gute Tipps für unsere Reise gegeben – vielen Dank! Weil die einzige Strasse nach Süden wegen der Buschbrände immer noch leicht unsicher war, haben wir uns entschieden, eine weitere Nacht am Cable Beach zu bleiben.
Am Sonntag haben wir uns für die Weiterfahrt vom Montag vorbereitet (Frischwasservorrat auffüllen, Abwasser ablassen) und nachmittags sind wir zum Baden ans Meer. Wassertemperatur 29 Grad, genau so wie ichs gern habe. Am Abend sind wir mit Sabine und Richard ins Hotel-Restaurant Mangroves in Broome um das Naturschauspiel Staircase to the Moon zu erleben. Leider war – vermutlich wegen der Buschbrände – ein leichter Smog am Horizont, sodass der Mondaufgang nicht sichtbar war. Wie schade, war das doch eine seltene und einmalige Gelegenheit. Immerhin haben wir einen ganz gemütlichen Abend zusammen mit Sabine und Richard verbracht, was uns über die Enttäuschung hinweghalf. Wegen eines Tipps von Richard werden wir Morgen nicht direkt nach Port Hedland fahren, sondern nur bis zum Eighty Miles Beach, immer noch rund 370 km. Um den dortigen Zeltplatz zu erreichen müssen wir zwar 9 km über eine Naturstrasse fahren, was vom Mietvertrag her gerade noch zulässig ist.
Und dann noch folgende Begebenheit: Vorgestern wollte ich zum Pool auf unserem Zeltplatz. Leider war mir der direkte Weg wegen eines Zauns versperrt und so habe ich den nächstbesten Camper nach dem Weg gefragt. Statt einer Antwort kam im Rheintalerdialekt die Frage „Sind sie nicht der Herr Frei?“. Der betreffende Camper wohnt In der Gemeinde Heerbrugg – wie klein die Welt ist!









Donnerstag, 26. Oktober – Freitag, 27. Oktober
Am Donnerstag haben wir unsren Campervan abgeholt. Der Mercedes Sprinter hat sich, so können wir schon nach zwei Tagen sagen, als für uns ideales Fahrzeug herausgestellt. Es hat zwar schon 198’000 km auf dem Tacho, aber es ist sehr gut erhalten, mit WC und Dusche, kleiner Küche sowie einer Klimaanlage ausgerüstet. Platz ist auch genügend vorhanden. Allerdings brauchten wir am ersten Tag einige Zeit und noch mehr Schweiss im feucht-heissen Klima, bis alles funktionierte. Glücklicherweise sind wir am Cable Beach in der Nähe von Broome auf den Campingplatz und hatten so genügend Zeit fürs Pöbeln. Schliesslich schaffte Carole mit ihren technischen Fähigkeiten und dem Rat eines Campernachbarn das Kunststück und brachte alle Geräte zum Laufen. Danach hat sie ein feines Nachtessen – ein stir fry Chicken und Pak Choi mit Reis – zubereitet, während der Chauffeur (ich!) gemütlich draussen am Campingtisch die Zeitung gelesen hat. Dafür habe ich dann den Abwasch übernommen.
Heute sind wir von unserem Campingplatz aus zum One Arm Point in der Cygnet Bay gefahren, rund 220 km. Zu sehen gab es nicht viel – interessant wäre die Flut gewesen, mit 10-12 Metern die zweithöchste weltweit und sie kommt mit einer Geschwindigkeit von rund 25 km/h. Leider bot der dortige Zeltplatz keine Stromanschlüsse an und so haben wir uns entschieden zurück zum Zeltplatz am Cable Beach zu fahren, also nochmals 220 km. Unterwegs haben wir die Kirche Notre Dame de Sacre im kleinen Ort Beagle Bay besucht. Diese ist wegen ihren Muschelverzierungen bekannt. Nun bleiben wir für mindestens zwei Nächte auf dem Zeltplatz am Cable Beach, einerseits weil wir das Staircase to the Moon sehen wollen, eine ganz spezielles Naturereignis das nur bei Vollmond und gleichzeitiger Ebbe sichtbar ist. Anderseits ist zur Zeit die Weiterfahrt nach Port Hedland wegen Buschbränden nicht möglich und so hoffen wir, dass wir am Sonntag die rund 600 km von hier aus entlang der Great Sandy Desert nach Port Hedland fahren können.





















Montag, 23. Oktober – Mittwoch, 25. Oktober
Am Montag sind wir erneut zum Cable Beach. Schönstes und heisses Wetter liess uns keine Wahl: Trotz Warnung vor Salzwasserkrokodilen, Quallen und Strömungen wagten wir es ins Wasser, zumal eine Abschätzung der Wahrscheinlichkeit einer unliebsamen Begegnung klein schien. Schliesslich weilte etwa ein Dutzend Personen im Wasser und ein kleines Stück Strand war überwacht und für den Fall, dass man mit einer Qualle in Berührung kam, stand Essig bereit.
Am Dienstag besuchten wir das Museum von Broome. Hier erfuhren wir weitere interessante Dinge über die Entstehung von Broome, zur Perlenfischerei, dem Überfall der Japaner im 2. Weltkrieg und über die vielen Dinosaurierspuren in der Umgebung Brooms.
Am Mittwoch dann der Ausflug mit einem Trike. Der Fahrer, Roger, hatte viel zu erzählen und wir lernten Einiges über die Natur rund um Broome. Gegen Schluss kamen wir in den Genuss eines wunderbaren Sonnenuntergangs an einem abgelegenen Strand, verbunden mit der Degustation einiger lokaler Spezialitäten und einiger Schnäpse. Die Fahrt mit dem Trike, teilweise auf Schnellstrassen, teilweise über sandige Wege hat uns ausgezeichnet gefallen. Wäre ich jünger, würde ich mir vielleicht so ein Gefährt zulegen.
Mit dem heutigen Tag geht unser Aufenthalt in Broome zu Ende. Morgen nehmen wir unser Wohnmobil in Empfang und machen einen Abstecher Richtung Norden bevor wir den Weg nach Süden unter die Räder nehmen. Broome hat uns mit seiner ruhigen Atmosphäre beeindruckt. Die Leute sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Etwas nachdenklich gestimmt haben uns die vielen Aborigines, die scheinbar perspektivlos in den Tag hineinleben, herumliegen, herumlaufen, gruppenweise zusammensitzen und nachts unter freiem Himmel schlafen. Sie waren manchmal laut, manchmal angetrunken, aber nie aggressiv und haben beim Kreuzen auf dem Trottoir freundlich gegrüsst oder nach der Zeit gefragt. Jedenfalls ist Broome ein Ort, an den ich gerne mal wieder zurück kommen werde.
































Samstag, 21. Oktober – Sonntag, 22. Oktober
Am Samstag findet in Broome jeweils ein Markt statt, direkt vor unserem B&B. Natürlich haben wir diesen besucht. Die Stände standen kreuz und quer in einem Park, nicht allzu eng beieinander und das Angebot unterschied sich sehr vom Angebot der Auer Kilbi. Gemütlich haben wir trotz der Hitze ausgehalten und dieses und jenes betrachtet. Mit einem Trikefahrtanbieter sind wir ins Gespräch gekommen und wir werden dann nächste Woche einen Trikeausflug machen. Bin mal gespannt …..
Anschliessend sind wir zum Perlenmuseum zurück, weil wir erfahren haben, dass um 11.30 Uhr eine Führung stattfinden würde. Diese war sehr informativ, zumindest für Carole, für mich etwas weniger. Warum: Die Führerin hat in einem Affenzahn gesprochen und dazu noch in einer Tonhöhe in der mein Hörvermögen eine Delle hat. Glücklicherweise habe ich mich vorgängig schon schlau gemacht und so konnte auch ich Einiges aufschnappen.
Nach einem Lunch sind wir mit dem Bus zum Cable Beach gefahren. Was für ein Strand: Sehr breiter Sandstreifen, kein Abfall, wenig Leute. Das galt zumindest Richtung Süden. Richtung Norden durfte der Strand befahren werden und so hatte es dort viel mehr Volk und natürlich standen viele Autos herum, die meisten SUV’s. Kamelreiten am Strand war auch möglich, worauf wir basierend auf einer früheren diesbezüglichen Erfahrung gerne verzichtet haben.
Am Sonntag sind wir zum Friedhof gelaufen, ca. 1,5 km, wieder in australischer Hitze. Der Friedhof war wirklich ein Besuch wert. Einerseits wegen der vielen Gräber der Perlentaucher aus dem letzten Jahrhundert, anderseits war der riesige Friedhof in Sektoren eingeteilt: Da gabs einen Teil für die Katholiken, einen für die Muslime, einen japanischen, einen chinesischen, einen malayischen Teil und auch die Aborigines hatten ihren Bereich. In jedem Friedhofteil sah es anders aus. Im japanischen Bereich alle Gräber wie mit dem Lineal ausgerichtet, der Boden gekiest, kein Unkraut. In andern Bereichen standen die Gräber ziemlich willkürlich in der Gegend herum. Auffallend: Bei vielen Gräbern standen Stühle oder Sitzbänke, manchmal gar ein Sofa für die Angehörigen.
Nach dem Friedhofbesuch sind wir zum Vermieter unseres Wohnmobils gelaufen, auch weil dort gemäss Plan eine Bushaltestelle war. Diese stellte sich dann als Depot für Schulbusse heraus und auf einen Linienbus hätten wir bis in alle Ewigkeit warten können. Wie wir so dastanden und uns über die Lage der nächsten Haltestelle (weit, weit weg) informierten, hielt ein Auto und die Fahrerin erkundigte sich nach unserem Problem – hier laufen (ausser uns) offenbar keine Bleichgesichter herum, schon gar nicht in der Mittagshitze. Nachdem die Fahrerin unser Problem erfasst hatte, chauffierte sie uns spontan zu unserem B&B zurück. Nachmittags haben wir dann am Pool verbracht und abends haben wird längere Zeit im Garten unseres B&B mit einem Angestelltenpaar, das wie wir kurz gesagt als geriatric gipsys unterwegs ist und hier einige Wochen ihre Haushaltkasse aufbessert, geplaudert.







































Freitag, 20. Oktober
Gestern Abend sind wir durch Broome zu einem angeblich sehr guten italienischen Restaurant gelaufen. Vor Ort hat sich dann herausgestellt, dass es nur Take Away gab. So haben wir uns mit einer guten Pizza sowie Dessert und Getränken eingedeckt und anschliessend in einem nahe gelegenen Park das frugale Mahl genossen. Nachher sind wir noch ein bisschen in der Gegend gewandert und anschliessend früh zu unserem Hotel zurück. Die letzte Nacht hat ihren Tribut gefordert und so sind wir schon um 10 Uhr ins Bett.
Heute Morgen hat uns um 07.15 Uhr der Wecker aus dem Schlaf geholt. Grund: Frühstück gibts nur von 07.30 bis 08.30. Dafür war es richtig gut – endlich wieder einmal ein z’Morga wie wir es uns gewohnt sind: Müesli, Toast, etc. Alle anwesenden 6 Gäste sassen an einem grossen Tisch und so kamen wir schnell ins Gespräch. Nach dem Frühstück sind wir zum Fuss zum Boulevard Einkaufszentrum weil Carole von Telstra eine australische SIM-Karte brauchte. Auf dem Hinweg (es waren nur etwa 1,5 km, aber rund 33 Grad warm) hatte eine Frau 1 km vor unserem Ziel Erbarmen mit uns beiden und hat uns zum Einkaufszentrum gefahren. Irgendwie typisch für die Leute hier – sie sind sehr freundlich und hilfsbereit. Das Installieren der SIM-Karte dauerte einige Zeit, der Berater hat sich alle Mühe gegeben die neue Telefonnummer auf Caroles Handy zu aktivieren.
Am Nachmittag sind wir zum Perlenmuseum mehr geschlichen als gewandert (es war halt wirklich heiss). Leider war keine Führung möglich und so haben wir vieles rund um Perlen von Infotafeln erfahren. Vor dem Nachtessen in einer örtlichen Brauerei, welche auch eine Beiz war, genossen wir eine wohlverdiente Abkühlung im Pool. Das Bier zum Nachtessen war schon sehr speziell, aber nichts desto trotz süffig: Ich hatte zuerst ein Bier mit Mangogeschmack und anschliessend eines mit Ananas- und Passionsfruchtgeschmack, Carole eines mit Ginger und anschliessend eines mit Ginger und Cilli – das zweite brannte mich beim Probieren schon nach dem ersten Schluck die ganze Speiseröhre hinab, nichts für mich!


















Donnerstag, 19. Oktober
Wie befürchtet wurde die Reise von KL nach Broome (zur Erinnerung: auf unterstrichene Wörter klicken) zu einer sehr langen Nacht. Um 15.30 wurden wir von Samy in The Hub abgeholt und zum Flughafen gefahren. Nach dem Einchecken hiess es warten bis das Flugzeug endlich abhob. Mit Verspätung landeten wir um 01.45 in Perth. Die Bestuhlung war mit recht viel Beinfreiheit so, dass wir doch rund eine Stunde schlafen konnten. Die Immigration ging erstaunlich leicht und schnell vonstatten. Leider aber waren alle Beizen zu und der Flughafen wie ausgestorben. So nahmen wir um 03.00 den Bus vom Terminal 1 zum Terminal 4, eine 15 minütige Fahrt. Und dann hiess es wieder warten bis wir um 8 Uhr endlich den Flug von Perth nach Broome unter die Flügel nahmen. Schlafen? Vergessen, denn die Sitze im Flughafen waren unbequem und zudem froren wir ziemlich. Das lag einerseits an unserem Schlafmanko und anderseits war es nur rund 18 Grad warm – gewöhnungsbedürftig, nachdem es in KL nie kälter als rund 25 Grad wurde. Zudem war die Bestuhlung im Flugzeug von Perth nach Broome erschreckend eng und zu allem Überfluss sassen wir in der hintersten Reihe und konnten die Sitze nicht verstellen. Um 10.06 landeten wir endlich und schon nach kurzer Zeit bezogen wir unser Zimmer im The Courthouse, einem Bed and Breakfast, wo wir zuerst etwas Schlaf nachholten und anschliessend einige Zeit in der Bank verbrachten um unser altes Konto wieder zu aktivieren.










18./19. Oktober 2024
Wir haben keinen Direktflug von Kuala Lumpur nach Broome gefunden und müssen via Perth fliegen. Die Reise inkl. Immigration in Perth dauert daher recht lange. Ob wir bei den Flugzeiten zu einer Mütze voll Schlaf kommen?
19.40 Abflug ab Kuala Lumpur
01.10 Landung in Perth
07.35 Abflug ab Perth
10.10 Landung in Broome